Heftige Kämpfe zwischen Schiiten und Sunniten

1. September 2008, 14:37
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Fast hundert Tote - Taliban angeblich involviert

Islamabad - Bei Kämpfen zwischen Angehörigen rivalisierender Stämme im Westen Pakistans sind Sonntag und Montag fast 100 Menschen getötet und etliche weitere verletzt worden. Kämpfer des sunnitischen Bangash-Stammes und des schiitischen Toori-Clans beschossen sich im Grenzgebiet zu Afghanistan in der halbautonomen Stammesregion Kurram mit Raketen und Sturmgewehren. Nach Medienberichten haben auch Taliban an der Seite des Bangash-Stammes in die Kämpfe eingegriffen. Bei zwei Selbstmordanschlägen seien Dutzende Toori getötet worden.

Bereits seit rund drei Wochen kommt es in Kurram zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen den verfeindeten Stämmen. Mehr als 400 Menschen sollen den Kämpfen bereits zum Opfer gefallen sein. Tausende Menschen sind geflüchtet, ihr Eigentum wurde geplündert oder verbrannt. Der größte Teil der Stammesregion ist vom Rest des Landes abgeschnitten. Unterdessen hatte die pakistanische Armee vor Beginn des Fastenmonats Ramadan am Montag ein vorläufiges Ende der Militäroffensive in den unruhigen Stammesgebieten im Nordwesten verkündet. Die Taliban in Pakistan hatten angekündigt, sie planten auch während des Ramadan Anschläge. Besonders in den Bergregionen Süd-Waziristan, Bajaur und Swat an der Grenze zu Afghanistan war es in den vergangenen Wochen wiederholt zu Gefechten zwischen pakistanischen Truppen und Taliban-Kämpfern gekommen. (APA/dpa)

 

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