Forschungsaffären: Aus Fehlern lernen

1. September 2008, 18:34
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Medizin-Uni Wien unterstützt "Integritätsagentur"

Wien - Gleich mit zwei Affären machte die medizinische Forschung aus Österreich in den vergangenen Wochen Negativschlagzeilen: In Innsbruck war eine vielbeachtete Studie über die Behandlung von Inkontinenz nicht bewilligt und womöglich manipuliert worden. In Wien stehen Untersuchungen über die Auswirkungen von Mobilfunkstrahlung unter Fälschungsverdacht.

Wolfgang Schütz, der Rektor der Medizin-Uni Wien, bemühte sich am Montag, verbliebene offene Fragen im Zusammenhang mit der widersprüchlichen Berichterstattung rund um die Handy-Studien auszuräumen. Faktum ist, dass der verantwortliche Autor die Veröffentlichung aus 2008 zurückgezogen hat - und auch der Herausgeber der Zeitschrift dem nachkommen will. Man überprüfe aber auch noch weitere sechs Studien, an denen die der Datenmanipulation verdächtigte Mitarbeiterin mitgewirkt hat, so Schütz.

Um in Zukunft solche Fälle zu vermeiden, wolle man an der MUW verstärkte interne Kontrollmechanismen einführen. Vor allem aber begrüße man die Einrichtung der Agentur für wissenschaftliche Integrität.

Auf Nachfrage des STANDARD nahm Rektor Schütz auch zur Affäre rund um die "revolutionäre Krebstherapie" Stellung, die von den Gynäkologen Johannes Huber und Sepp Leodolter im Juni vergangenen Jahres in News beworben worden war. Schütz bestätigte erstmals, dass es zu einer Verurteilung durch den MUW-Weisenrat und zu internen Sanktionen kam. (Klaus Taschwer/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 2. 9. 2008) 

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    Rektor Wolfgang Schütz

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