Nichtraucher leben zehn Jahre länger

1. September 2008, 13:09
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Whitehall-Studie: Lebenserwartung bei 50-Jährigen Nichtrauchern bis zu 10 Jahre höher - Kardiologen: Nur strikte Rauchverbote helfen

München - Ein 50jährige Nichtraucher hat eine um etwa zehn Jahre längere Lebenserwartung als ein gleichaltriger Raucher. Zusätzliche Effekte können durch veränderte Ernährungsgewohnheiten und die medikamentöse Behandlung von Risikofaktoren - zum Beispiel erhöhter Blutdruck und Cholesterinwerte - erzielt werden. Das sind die neuesten Ergebnisse der britischen "Whitehall-Studie", die Robert Clarke (University of Oxford) auf dem Europäischen Kardiologenkongress (ESC) in Münchenvorstellte.

Unterschied von bis zu 10 Jahren

Die Whitehall-Studie - benannt nach dem Regierungsviertel in London - hat in den Jahren 1968 bis 1970 damit begonnen, 19.000 Angestellte der Londoner Stadtverwaltung männlichen Geschlechts und mittleren Alters bis heute regelmäßig zu untersuchen. Von den in den folgenden 35 Jahren 13.442 verstorbenen Studienteilnehmer (71 Prozent) verstarb jeder zweite an Gefäßerkrankungen.

Zu Beginn der Untersuchung betrug der Unterschied der Lebenserwartung von 50-jährigen Nichtrauchern gegenüber Rauchern 6,3 Jahre. Hatten Nichtraucher keine Risikofaktoren wie hohe Blutdruck- oder Blutfettwerten, betrug der Unterschied sogar zehn Jahre.

Effekt des gesünderen Lebensstils

Gleichzeitig war in der Studie im Laufe der Zeit offenbar ein Effekt zunehmend gesünderen Lebensstils und/oder besserer Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten abzulesen. Im Vergleich zu den Zahlen von 1970 verringerte sich die Sterblichkeit aufgrund von Gefäßerkrankungen in den 80er Jahren um 24 Prozent, in den 90er Jahren um 44 Prozent und zwischen 2000 und 2005 um 56 Prozent.

"Die Verlängerung der Lebenserwartung im Vereinigten Königreich ist in erster Linie Ausdruck veränderter Rauchgewohnheiten", erklärte Clarke. Von den drei Risikofaktoren Rauchen, hoher Blutdruck und Fettstoffwechselstörung zeigte sich damit einmal mehr der überproportionale Einfluss des Rauchens auf die Lebenserwartung.

Generelles Rauchverbot an geschlossenen öffentlichen Orten

Dazu der Wiener Kardiologe Thomas Stefenelli: "Diese Ergebnisse unterstreichen einmal mehr die absolute Notwendigkeit eines generellen Rauchverbotes an geschlossenen öffentlichen Orten. Andererseits sollten sie die persönliche Motivation fördern, mit dem Rauchen aufzuhören." (APA)

 

 

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    Rauchen, hoher Blutdruck und Fettstoffwechselstörungen verkürzen die Lebenserwartung

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