Und wöchentlich grüßt das Murmeltier

1. September 2008, 12:52
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Salzburg kann auch unter Trainer Adriaanse Auswärtskomplex nicht ablegen - Von den Topteams siegten nur die Wiener

Wien - Die achte Runde der Bundesliga am Wochenende war eine für Rapid. Während der Meister beim 5:2 gegen den LASK in Linz offensiv beeindruckten, mussten mit Sturm Graz und Vizemeister Red Bull Salzburg am Sonntag die hartnäckigsten Verfolger auswärts Federn lassen.

Aus dem Führungsquartett durfte sich einzig die Austria ebenfalls über ein Erfolgserlebnis freuen. "Es scheint, dass es in erster Linie für Rapid gelaufen ist, aber an zweiter Stelle stehen schon wir", fasste Karl Daxbacher das Geschehen vor der dreiwöchigen Liga-Pause zusammen.

Salzburg stolperte mit einem 0:1 gegen Austria Kärnten wieder einmal über die Verunsicherung in fremden Stadien. "Wir sind nicht die Sichersten, wenn wir ein Tor bekommen. Wir haben eine Auswärtsschwäche", konstatierte Teamstürmer Marc Janko. Sein Trainer Co Adriaanse hatte diesen Makel seiner Mannschaft wie sein Vorgänger Giovanni Trapattoni stets von sich gewiesen.

"Beide Teams hatten Chancen auf das erste Tor, das hat Kärnten sehr gut gemacht", lobte Adriaanse nach der Partie den Gegner und beklagte mangelndes Glück. Eingestehen müssen sich die nun fünf Zähler hinter Rapid viertplatzierten Titelfavoriten jedoch, dass  nach nicht unbedingt überzeugenden Auftritten in der Liga sowie dem 0:1 gegen Sudova in der UEFA-Cup-Quali wohl nicht alles zum Besten steht.

Adriaanse scheint seine Ideal-Formation noch nicht gefunden zu haben: Gegen Kärnten stand nach der Rückkehr von Zickler ein 4-4-2 auf dem Programm, ehe mit Nelisse ein dritter Angreifer kam. Auf die Frage, warum er seine Möglichkeiten von der Bank bis auf eine Einwechslung ungenutzt ließ, meinte der Niederländer nur kryptisch: "Man muss nicht wechseln, um zu wechseln."

Die Klagenfurter wiederum wähnen sich nach dem dritten Liga-Sieg in Folge ohne Gegentor verdientermaßen im Hoch. "Wenn wir zehnmal gegen Salzburg spielen, werden wir sechsmal verlieren, heute aber eben nicht", erklärte Frenkie Schinkels. Für den Trainer, der wie schon beim 0:1 gegen Rapid auf eine ungewöhnlichen Taktik mit Riedl als Libero setzte, bleibt Salzburg dennoch sein "persönlicher Titelkandidat".

In Wien-Favoriten handelte sich die Austria im vierten Saison-Heimspiel zum vierten Mal einen Rückstand ein. Trotzdem haben die Violetten die letzten drei Auftritte vor heimischer Kulisse für sich entschieden. Nur kurz war die Hoffnung von Mattersburg, nach der nicht unverdienten Führung durch Ilco Naumoski erstmals drei Zähler aus dem Horr-Stadion zu entführen.

"Ich war erstmals zufrieden mit der Leistung in der ersten Spielhälfte. Da waren wir druckvoll, haben uns viel bewegt und waren auch sehr aktiv. Uns ist nur das Gegentor dazwischengekommen", meinte Austria-Coach Daxbacher, der zur Freude von Ruben Okotie wie gegen Tiflis auf ein echtes Sturmduo setzte. "Mit zwei Spitzen geht es besser", sagte der U21-Teamstürmer, der neben Diabang an vordersten Front am Werk war. Neuzugang Mario Bazina kam trotz drei Saisontreffern erst in der zweiten Spielhälfte zum Einsatz.

Mattersburgs Coach Franz Lederer ortete zwar einen Aufwärtstrend, die Partie habe man aber in besagten fünf Minuten aus der Hand gegeben:"Da zahlen wir wieder unser Lehrgeld ins Austria-Schweinderl ein."  Auch Carsten Jancker - als Ex-Rapidler im Horr wie immer eine "persona non grata" ("Wir mögen uns nicht sehr") - ortete "individuelle Fehler" als Hauptgrund für die vierte Auswärtspleite in dieser Spielzeit.

Rapids erster Verfolger Sturm  scheiterte bei 1:4 gegen Ried einmal mehr an der eigenen Abschlussschwäche sowie der fast makellosen Chancenauswertung der Hausherren. "Alles, was die Rieder getroffen haben, war im Tor", haderte Torschütze Peter Hlinka. Auch die Anstrengung des erfolglosen Europacup-Auftritts gegen den FC Zürich dürfte den Grazern in den Beinen gesteckt haben. "Mit jedem Tor, das wir bekommen haben, sind uns die Kräfte etwas mehr ausgegangen", meinte der Slowake. "Das war ein naives Spiel von uns." (APA/red)

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