Linux-Entwickler Hans Reiser zu mindestens 15 Jahren Haft verurteilt

1. September 2008, 12:09
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Hatte nach langer Leugnung schlussendlich Polizei zur Leiche seiner Frau geführt - Entging somit möglicher Todesstrafe

Mit der Verkündung des Strafausmaßes hat einer der in der IT-Community am meisten beachteten Prozesse der letzten Jahre seinen Abschluss gefunden: Linux-Dateisystem-Entwickler Hans Reiser wurde wegen Totschlags an seiner Ehefrau Nina zu mindestens 15 Jahren Haft in Kalifornien verurteilt.

Scheidung

Nina Reiser verschwand Anfang September 2006 nachdem sie bei einem Streit mit ihrem Ehemann beobachtet wurde. Die Beiden hatten sich über Monate hinweg einen erbitterten Scheidungskrieg geliefert. Obwohl von Anfang an starke Indizien für ihre Ermordung sprachen, behauptete Hans Reiser bis zuletzt, dass sie sich in ihre russische Heimat abgesetzt habe.

Schuld

Eine Argumentation, der die Geschworenen nicht folgen wollten und Reiser schließlich Ende April der Tat schuldig sprachen. Mit der Aussicht auf eine mögliche Todesstrafe entschloss sich Reiser schließlich doch zu einem Schuldeingeständnis und führte die Polizei zur bis dahin verschollenen Leiche seiner Ehefrau. Ein Schritt, der nun zu einer Reduktion des Urteils von "first degree murder" auf "second degree murder" führte - und der damit einhergehenden Reduktion des Strafausmaßes.

Hans Reiser kurz vor der Verkündung des Strafausmaßes (Youtube)

Hintergrund

Hans Reiser war in Technologiekreisen vor allem durch die Entwicklung des Dateisystems ReiserFS bekannt geworden. Weitere Informationen zum Prozess finden sich in der ausführlichen Berichterstattung des Magazin Wired. (red)

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