Auf dem GPS-Trip - Flugschreiber für die Hosentasche

1. September 2008, 11:45
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Mit sogenannten GPS-Loggern in der Tasche protokollieren Jogger, Wanderer und Radfahrer selbstgebahnte Wege und tauschen sie im Internet mit Gleichgesinnten aus

 Mit sogenannten GPS-Loggern in der Tasche protokollieren Jogger, Wanderer und Radfahrer selbstgebahnte Wege und tauschen sie im Internet mit Gleichgesinnten aus. Das neue Spielzeug für Outdoor-Fans findet immer mehr Anhänger und ist auf dem besten Weg zum Volkssport, schreibt das Computermagazin c't in der aktuellen Ausgabe.

Datenaustausch

Die Flugschreiber für die Hosentasche speichern in regelmäßigen Abständen die aktuelle geografische Position.
Sie sind kaum größer als eine Streichholzschachtel und schon ab fünfzig Euro erhältlich. GPS-Logger kann jeder gebrauchen, der später wissen will, wo er unterwegs war. Die Daten lassen sich ganz einfach in Google Earth oder Microsoft Virtual Earth importieren, und so kann man sehen, wie die Strecke dreidimensional durch die virtuelle Welt verläuft.

Mit passender Analyse-Software können Jogger oder Radfahrer im Nachhinein sogar Höhenprofile erstellen und die Geschwindigkeiten auslesen, die sie an bestimmten Stellen erreicht haben. Ballonfahrten oder Kajaktouren können angereichert mit Fotos aus Geo-Tagging-Programmen am PC noch einmal erlebt werden. Die Tracks seiner Ausflüge kann man auf dem eigenen Rechner horten oder übers Internet Gleichgesinnten präsentieren. Eine wachsende Fangemeinde macht von dieser Möglichkeit regen Gebrauch.

"Dank der kompakten Bauform und ihrem niedrigen Preis könnten die Logger zum Massenartikel und GPS-Tracking zum Volkssport werden"

"Dank der kompakten Bauform und ihrem niedrigen Preis könnten die Logger zum Massenartikel und GPS-Tracking zum Volkssport werden", sagt c't-Redakteur Peter König.
Neben naheliegenden Anwendungen wie Geo-Tagging von Fotos oder Trainingskontrolle für Freizeitsportler können Tracks auch Grundlage für kreative Einsätze bilden, etwa bei einer Partie "Scotland Yard" auf den Straßen der Heimatstadt, wobei "Mr. X" auf der Flucht vor seinen Häschern ihnen regelmäßig seinen GPS-Track zuspielen muss.

"Allzu blauäugig und unbehandelt sollte man die Datensätze seiner GPS-Trips aber nicht aus der Hand geben. Denn die Tracks lassen deutliche Rückschlüsse darauf zu, wann man wo war, wo man sich öfter rumtreibt - und am Ende vielleicht auch, wer man ist, wo man wohnt und wofür man sein Geld ausgibt", erläutert c't-Experte Peter König. "Als heimliches Überwachungsinstrument für misstrauische Chefs oder Ehepartner eignen sich GPS-Logger dagegen nicht. Denn tief im Rucksack versteckt oder unters Auto geklebt, empfängt ein Logger oft gar nichts mehr." (APA)

 

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