Industrie in Eurozone geschrumpft

1. September 2008, 10:43
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Produktion, Auftrags­eingänge und Beschäf­tigung gingen zurück, im August lag der Markit-Einkaufsmanager­index bei 47,6 Zählern

Berlin - Die Industrie in der Euro-Zone ist im August den dritten Monat in Folge geschrumpft. Produktion, Auftragseingänge und Beschäftigung gingen zurück, zugleich blieb der Kostendruck trotz der jüngsten Rückgänge beim Ölpreis hoch, wie die Marktforscher von Markit am Montag zu ihrer Umfrage mitteilten. Der Markit-Einkaufsmanagerindex stieg im August leicht auf 47,6 Zähler, nachdem er im Juli ein Fünf-Jahres-Tief von 47,4 Punkten markiert hatte.

Damit blieb das Barometer jedoch deutlich unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. "Die endgültigen Daten deuten auf einen zunehmend auf breiter Basis stehenden Abschwung der Industrie in der Euro-Zone hin", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. Die Schwäche breite sich inzwischen auf Deutschland und Investitionsgüterhersteller aus, die das Rückgrat des Wachstums in der Euro-Zone in den vergangenen Jahren gewesen seien.

Die Firmen schränkten ihre Produktion erneut ein. In Frankreich war das Minus so groß wie zuletzt nach den Anschlägen in den USA vom 11. September 2001, auch spanische Unternehmen waren besonders stark betroffen. In Deutschland fuhren die Industriebetriebe erstmals seit August 2005 ihre Produktion herunter; das ist das Ende einer Wachstumsperiode, die mit 35 Monaten so lange dauerte wie nie zuvor in der Geschichte der Umfrage. Nur in den Niederlanden und in Griechenland stemmte sich die Industrie gegen den Trend und steigerte ihren Ausstoß.

Rückläufige Aufträge

Der wichtigste Grund für den Produktionsrückgang waren nach Angaben der Marktforscher rückläufige Aufträge. In Spanien fielen die Bestellungen am stärksten, wenngleich nicht mehr ganz so rapide wie im Juli. In Deutschland brach der Auftragseingang so stark ein wie seit mehr als fünf Jahren nicht mehr. Auch aus dem Ausland wurden weniger Güter bestellt: Hier waren ebenfalls Unternehmen in Deutschland und Spanien besonders betroffen. In der Folge bauten die Firmen den dritten Monat in Folge Stellen ab. Deutschland konnte sich hier noch gegen den Trend stemmen, wenngleich so wenige neue Arbeitsplätze geschaffen wurden wie seit Februar 2006 nicht mehr.

Kaum Entlastung kam von den zuletzt gesunkenen Energiepreisen. Zwar ging der Kostendruck etwas zurück und lag unter seinem 45-Monats-Hoch, das er im Juli erreicht hatte. Dennoch machte die Teuerung bei den Einkaufspreisen den Betrieben zu schaffen. Einen Teil der gestiegenen Kosten konnten sie an ihre Kunden weiterreichen; in Deutschland war der Preisanstieg hier so hoch wie nur einmal zuvor in der Geschichte der Erhebung. (APA/Reuters)

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Euro-Zone ist im August den dritten Monat in Folge geschrumpft. Produktion, 
Auftragseingänge und Beschäftigung gingen zurück, zugleich blieb der Kostendruck 
trotz der jüngsten Rückgänge beim Ölpreis hoch.
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    Die Industrie in der Euro-Zone ist im August den dritten Monat in Folge geschrumpft. Produktion, Auftragseingänge und Beschäftigung gingen zurück, zugleich blieb der Kostendruck trotz der jüngsten Rückgänge beim Ölpreis hoch.

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