Gleich wieder Ultra-Ärger

31. August 2008, 21:22
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Verwüstete Bahnhöfe und Züge, besonders Napoli-Anhänger fielen unangenehm auf - Innenministerium will Reiseverbot verhängen

Neapel - Die italienische Regierung ist wegen einer neuen Gewaltwelle am Auftaktwochenende der Serie A besorgt. Nachdem am Sonntag 1.500 "Ultras" des Erstligisten SSC Napoli den Bahnhof der süditalienischen Hafenstadt verwüstet hatten, will das italienische Innenministerium ein komplettes Reiseverbot für dessen Tifosi verhängen. Bereits in der vergangenen Saison war es den Napoli-Fans bei fast der Hälfte der Auswärtsspiele verboten gewesen, ihr Team zu unterstützen.

Auch die italienische Bahngesellschaft Trenitalia will keine organisierten Ultras mehr an Bord ihrer Züge haben, nachdem gewalttätige Fan-Gruppen am Sonntag bei der Fahrt zum Gastspiel bei der AS Roma (1:1) Schäden im Wert von einer halben Million Euro verursacht hatten. "Wir haben den Tifosi unser Vertrauen bewiesen. Daher haben wir am Sonntag den Transfer zum Spiel nicht verboten. Leider war es ein Fehler", sagte der italienische Polizeichef Antonio Manganelli.

Die Hooligans hatten am Sonntag einen Zug nach Rom gekapert und zwangen 300 erschrockene Passagiere auszusteigen. Anschließend zerstörten und plünderten sie die Waggons. Die Bahnmitarbeiter hatten den Randalierern den Zugang zum Zug verwehrt, weil sie keine Fahrkarten hatten. Vier Kontrolleure wurden angegriffen und verletzt. Aus Angst vor weiteren Krawallen im von vielen Touristen frequentierten Bahnhof entschied der Polizeichef von Neapel, die Ultras doch nach Rom abfahren zu lassen.

Bei der Ankunft in Rom warfen die Ultras trotz Polizeieskorte Tränengas und Knallkörper in den Bahnhof Termini. Im Olympiastadion wurde ein neapolitanischer Hooligan mit einem Messerstich leicht verletzt. Sieben Tifosi wurden festgenommen, berichtete die Polizei. Der Präsident des italienischen Fußballverbands (FIGC), Giancarlo Abete, verurteilte die Krawalle. "Eine Gruppe von Kriminellen vergiftet den Fußball und das friedliche Zusammenleben in unserem Land", sagte Abete am Montag in einem Radiointerview.

 

 

 

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