Die ersten Worte

31. August 2008, 20:07
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Manche Eltern sind ehrlich, daraus erklären sich die hohen Quoten für "Auto", "Mama", "Papa", "Dada" und "Wauwau"

Keine anderen Worte eines Menschen werden mehr gefeiert als seine ersten. Manche Eltern sind ehrlich, daraus erklären sich die hohen Quoten für "Auto", "Mama", "Papa", "Dada" und "Wauwau", Letztgenanntes höchstens im Falle Anjas bemerkenswert, weil sie dabei auf einen Polizisten zeigte. In einer Blitzumfrage im Büro, wo fantasiebegabte Leute sitzen, erinnert man sich an erste Worte der eigenen Kinder: "Ruhe" (Florian, ein stilles Kind), "Dudelsack" (Alex, "Sack" war nur angedeutet), "Jawa" (Karla, denn "Karla" ging noch nicht).

Schön, wenn die ersten Worte dem Alltag entspringen, wie im Falle Adrians, von dem "Hinten geht's!" zu hören war (Vater beim Einparken, Familie beim Einweisen). Eher deftig: "Saubauch" (Moni, könnte aber auch "Glaub auch" geheißen haben).

Vor wenigen Tagen hat Sarah ihre ersten Worte gesprochen: "An Du!" Die macht es spannend. Seither grübelt ihr Umfeld, denn "An Du!" klang vorwurfsvoll, so wie "Mann, du!". Da sie an Vaters Hemd zog, mag es die Kurzform von "Was hast du an, du?" gewesen sein. Derzeit übt sie "Asch". Schafft sie noch ein "t", so geht sich bereits die lebensnotwendige Bekundung "An Duascht!" aus. (Daniel Glattauer, DER STANDARD - Printausgabe, 1. Septmeber 2008)

 

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