Rückblick: Jahr der Wende

31. August 2008, 16:54
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2006 veränderte die Beziehungen zwischen Russland und der EU nachhaltig

Im Rückblick wird klar: 2006 war das Jahr der Wende im Verhältnis zwischen Russland und der EU.

1. Jänner 2006: Gasstreit Die russische Gasprom unterbricht Lieferungen in die Ukraine, um einen höheren Abnahmepreis zu erzwingen. Westeuropa, das zu einem Viertel von russischen Lieferungen abhängt, bekommt den Gasstreit zu spüren, als Kiew Gas zum eigenen Verbrauch abzweigt.

15. August: Raketenschild Das Pentagon nennt Polen, Tschechien und Großbritannien als mögliche Standorte von Teilen des geplanten Raketenabwehrsystems. Moskau sieht darin eine Bedrohung.

7. Oktober: Politkowskaja Die russische Journalistin Anna Politkowskaja wird in ihrem Wohnhaus in Moskau erschossen. Die 48-Jährige war dem Kreml wegen ihrer Berichte über Verbrechen der russischen Armee in Tschetschenien unangenehm. In der EU wird Kritik laut. Vier Verdächtige werden festgenommen, der angebliche Todesschütze, ein Tschetschene, soll sich in Westeuropa verstecken.

1. November: Litwinenko Der russische Ex-Agent und spätere Kreml-Gegner Alexander Litwinenko wird in London mit Polonium vergiftet und stirbt drei Wochen später. Scotland Yard benennt später als Hauptverdächtigen einen ebenfalls früheren Agenten, Andrej Lugowoi. Die russische Justiz verweigert seine Auslieferung, die britisch-russischen Beziehungen verschlechtern sich.

16. Dezember: Dissidenten-Marsch Die russische Polizei geht massiv gegen Oppositionelle vor, die in Moskau und anderen Städten bis Mai 2007 auf die Straße gehen. Die EU ist empört über die Einschränkung der politischen Freiheit. (DER STANDARD, Printausgabe, 1.9.2008)

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    Symbol für die undurchsichtige Macht des Kreml: der vergiftete Ex-Agent Litwinenko.

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