Zwei Punkte fehlten Melzer zum Glück

30. August 2008, 23:04
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Österreichs Nummer eins unterlag dem Briten Murray in der dritten Runde nach 2:0-Satzführung noch 7:6,6:4,6:7,1:6,3:6

New York - Jürgen Melzer ist am Samstag trotz einer 2:0-Satzführung in der dritten Runde der US Open ausgeschieden und muss damit weiter auf sein erstes Achtelfinale bei einem Major-Turnier warten. Der 27-jährige Niederösterreicher unterlag auf dem Grandstand in Flushing Meadows dem Weltranglisten-Sechsten Andy Murray nach 3:52 Stunden mit 7:6(5),6:4,6:7(5),1:6,3:6. Im Tie-Break des dritten Satzes hatten dem Österreicher bei 5:5 nur zwei Punkte zum Sieg gefehlt.

Der erste Durchgang endete ohne Service-Verlust im Tie-Break, Melzer hatte dabei bei 5:6 zwei Satzbälle abgewehrt. Nach 56 Minuten nützte er seine zweite Chance zur Führung. Im zweiten Satz bescherte das erste Break des Spiels zum 6:4 Melzer eine komfortable Führung. Der Österreicher konnte dann einen 3:5-Rückstand mit dem Rebreak zum 5:5 egalisieren, im zweiten Tiebreak der Partie führte er 5:4 und stand knapp vor dem Aufstieg in die Runde der letzten 16. Doch Murray konterte und blieb im Spiel

Melzer musste sich nun behandeln lassen, der Spielfluss versiegte abrupt, Murray führt mit einem schnellen 6:1 den Satzgleichstand herbei.   Im fünften war Melzer plötzlich wieder voll da, gewann das Auftaktgame zu Null und hielt bis zum 3:3 mit. Immer wieder ließ er sich bei Seitenwechseln aber an den Oberschenkeln massieren. Breaks zum 3:4 und dann auch noch zum 3:6 nach Abwehr von zwei Matchbällen besiegelten das Aus von Österreichs Nummer eins.

"Bei 5:4 im Tie-Break hat er drei unmenschliche Punkte gespielt. Aber viel besser kann ich nicht spielen. Am Ende hat der fittere Spieler gewonnen", sagte Melzer nach dem Marathon, der ihn nach drei ausgezeichneten Sätzen bei sehr schwülem Wetter ausgelaugt hatte.

"Ich sehe jetzt, was ich erreichen kann. Ich kann mit den Topleuten sehr gut mitspielen. Es liegt jetzt daran, auf diesem Level auch die Fitness halten zu können. Jetzt will ich die Form in Richtung Davis Cup und die vier letzten Saisonturniere mitnehmen", zog Melzer eine letztlich positive Bilanz seines Open-Auftritts. Auch im Weltgruppen-Playoff gegen die Briten im September wird Murray Gegner sein.

Der sparte nicht mit Lob für den Österreicher: "Er hat großartig gespielt. Er ist sehr talentiert, er hat vielen Topspielern in der Vergangenheit Probleme gemacht." Für den Davis Cup erhofft sich Murray eine flottere Entscheidung - zu seinen Gunsten, versteht sich. "Ich denke, er spielt auf Hartplätzen oder Indoor sehr gut, aber ich weiß nicht wie das in Wimbledon ist." (red)

 

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    Jürgen Melzer konnte einmal mehr nicht über seinen Schatten springen, zum achten Mal scheiterte in einem Grand-Slam-Turnier am Einzug ins Achtelfinale.

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