Wenn das innere Feuer erlischt

9. September 2008, 16:45
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Ein Burn-Out tritt nicht abrupt auf, sondern schleicht sich an - Wichtig ist es, rechtzeitig die Warnsignale zu erkennen und ernst zu nehmen - mit Selbsttest

"Mir geht es gut, ich hab nur viel Stress zur Zeit." Diese Antwort auf die Frage nach dem Befinden hat jeder von uns schon öfters gesagt und gehört. Im Stress zu sein ist modern und gehört zum Alltag. Jeder ist einmal erschöpft, das darf aber kein Dauerzustand werden, denn unsere Energieressourcen sind begrenzt. Ein Burn-Out entsteht nicht abrupt, sondern über viele Jahre. derStandard.at listet neun Warnsignale auf, die uns der Körper sendet, wenn es reicht.

1. Das Immunsysten streikt

Ein erstes Anzeichen ist das häufige Auftreten von Erkältungen und Allergien. Die Dauerhektik erleichtert es Krankheitserregern, unsere Immunabwehr zu überlisten. Stress verstärkt zusätzlich die Krankheitssymptome bei grippalen Infekten.

2. Verspannungen im Nacken

Oft sitzt der Stress sprichwörtlich im Nacken. Permanente Verspannungen können zu Migräne führen. Doch das wird von den Betroffenen meist noch nicht ernst genommen und mit Schmerztabletten behandelt.

3. Mit Suchtmittel "ausbrechen"

Auch psychische Folgen sind nicht zu unterschätzen: Menschen auf dem Weg zum Burn-Out stumpfen ab. Mit dem Ärger und der Sorge verschwinden jedoch auf Freude und die Lust am Leben. Alkohol, Drogen, Internetsucht: Durch exzessiven Konsum wird versucht, zeitweise aus dem Trott auszubrechen.

4. Magenprobleme und Sodbrennen

Stress erhöht die Produktion von Magensäure. Dadurch wird die schützende Schleimhaut angegriffen und schädliche Bakterien nicht mehr abgewehrt werden. Betroffene leiden oft unter Sodbrennen und Magenverstimmungen. Hinzu kommt, dass unter Stresssituation die Nahrungsaufnahme oft unregelmäßig ist und Fast Food bevorzugt wird. Denn es muss schnell gehen. Die körperlichen Bedürfnisse werden vernachlässigt. Oder der Appetit geht komplett verloren. Langfristig droht ein Magengeschwür.

5. Stress-Symptom Zähneknirschen

Zähne sind nicht nur Kauwerkzeuge, sondern deuten auch auf die psychische Verfassung hin. Nicht zufällig heißt es: "Die Zähne zusammenbeißen" oder "an etwas schwer zu beißen haben". Viele Gestresste beißen tatsächlich in der Nacht die Zähne zusammen. Dadurch kann der Zahnschmelz Risse bekommen und die Zähne werden nach einigen Jahren stark abgenutzt. Andere unangenehme Effekte sind starke Kieferverspannungen und Kopfschmerzen.

6. Die Innere Uhr stoppt

Die innere Uhr bleibt stehen: Schlafstörungen treten vor allem durch unregelmäßige Schlafrhythmen auf. Auch die anderen zeitlichen Rahmenbedingungen gehen verloren: Folgen sind Unpünktlichkeit, lange Arbeitszeiten oder das vergessen von Terminen. Das hängt wieder mit der chronischen Müdigkeit zusammen, Betroffene geraten so in einen Teufelskreis.

7. Der Blutdruck steigt

Bei psychischer Dauerbelastung steigt der Blutdruck, es gelangen mehr Zucker und Fette ins Blut. Beides erhöht zwar kurzfristig die Leistungsbereitschaft, verstopft auf Dauer aber die Adern. Das Risiko eines Herzinfarktes steigt dadurch an.

8. Sozialer Rückzug

Betroffene fallen durch ihr starkes Engagement im Beruf auf. Das Privatleben bleibt gleichzeitig auf der Strecke: Partner, Familie und Freunde werden vernachlässigt. Die sozialen Kontakte werden nicht mehr als Bereicherung und Ausgleich empfunden, sondern als zusätzliche Belastung.

9. Leistungsabfall auch im Alltag

Die körperliche und psychische Erschöpfung führt zwangsläufig auch zu schlechteren Leistungen in Beruf und Alltag. Dieses Symptom tritt meist zuletzt auf und erst zu diesem Zeitpunkt realisieren die Betroffenen, dass eine Veränderung der Lebensweise notwendig ist. Denn dieser Zustand ist Gift für Burn-Out Betroffene, die meist sehr ehrgeizig sind. Und diese Symptome lassen sich weder durch Koffein, noch durch andere Medikamente überdecken. (red, derStandard.at, 9. September 2008)

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    Wichtig ist es, rechtzeitig auf den Körper zu hören.

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