Glos: Mobilfunkanbieter müssen Roaming-Preise weiter senken

30. August 2008, 13:04
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Deutscher Wirtschaftsmnister beurteilt von der Europäischen Union beschlossenen Eurotarif als "einen Erfolg"

Der deutsche Wirtschaftsminister Michael Glos hat die Mobilfunkanbieter aufgerufen, ihre Preise für Anrufe und das Internetsurfen im Ausland weiter zu senken. Der von der Europäischen Union beschlossene Eurotarif sei ein Erfolg und habe dazu geführt, dass die Preise für Gespräche im Ausland deutlich gesunken seien, erklärte Glos am Samstag in Berlin.

Böse Überraschung

Vor allem bei der Datennutzung würden die Kunden nach einem Auslandsaufenthalt aber immer noch von hohen Rechnungen überrascht, kritisierte der CSU-Politiker. Beim Datenroaming, dem Surfen per Laptop oder Handy in anderen EU-Staaten, gebe es "dringenden Handlungsbedarf." Die Anbieter müssten ihre Tarife jetzt weiter senken, wenn sie EU-weite Vorschriften auch zum Datenroaming verhindern wollten. Glos signalisiert damit wichtige Unterstützung für EU-Medienkommissarin Viviane Reding. Sie will bei der anstehenden Novelle der Roamingverordnung für 2010 bis 2013 nicht nur Preisobergrenzen für SMS-Kurznachrichten aufnehmen, sondern auch das Datenroaming einbeziehen.

Rückendeckung

Noch ist aber unklar, ob sie dafür ausreichend Rückendeckung von den anderen 26 Kommissaren bekommt. Reding hat sich zudem dafür ausgesprochen, eine sekundengenaue Abrechnung der Gespräche vorzuschreiben. Letztlich müsse es einen funktionierenden Wettbewerb geben, damit eine Regulierung der Preise überflüssig wird, sagte Glos. Bei der Novelle der Roamingverordnung könne er sich für die Zeit nach dem Auslaufen der jetzigen Regeln Ende Juni 2010 aber weitere Preissenkungen vorstellen. Bereits zum 1. September (Sonntag) fallen die Preise nach der Verordnung erneut. Gespräche aus dem Ausland dürfen dann noch maximal 46 Cent plus Umsatzsteuer kosten (bisher 49 Cent), ankommende Gespräche im Ausland 22 Cent (bisher 24 Cent).(APA/Reuters)

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