Bammer im Achtelfinale

30. August 2008, 11:23
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Zwei-Satz-Sieg über Perebijnis - Bartoli verhindert Duell der Mütter

New York - Sybille Bammer steht nach drei Zwei-Satz-Siegen wie im Vorjahr erneut im Achtelfinale der US Open. Die Nummer 29 des Turniers besiegte die Ukrainerin Tatjana Perebijnis am Freitag in New York klar mit 6:3,6:0 und ließ sich auch von einer viertelstündigen Regenunterbrechung nicht von der Siegesstraße abbringen.

In ihrem dritten Grand-Slam-Achtelfinale nach den French Open und eben New York im Vorjahr trifft die 28-jährige Oberösterreicherin am Sonntag auf die Nummer 12 des Turniers, Marion Bartoli aus Frankreich. Sie könnte nun in die Fußstapfen von Barbara Schett treten, die als bisher letzte Österreicherin die Runde der letzten acht bei einem Major erreicht hat. Schett, die wieder für den US-Sender Fox arbeitet, stand 1999 in New York in ihrem einzigen Grand-Slam-Viertelfinale überhaupt, ein Major-Halbfinale hat bisher übrigens noch keine ÖTV-Spielerin erreicht.

Punkte aus dem Vorjahr verteidigt

"Ich freu mich irrsinnig. Letztes Jahr war ich auch im Achtel hier. Dass ich das ohne Satzverlust geschafft habe, freut mich sehr und es wäre schön, wenn noch ein paar Runden drinnen wären", meinte Bammer lachend. Die Ottensheimerin hat also ihre keinesfalls schlechte Auslosung genützt und damit auch schon ihre Punkte aus dem Vorjahr verteidigt. Bereits jetzt ist ihr ein Scheck in Höhe von 80.000 US-Dollar (54.293 Euro) sicher. "Ich habe mich von Runde zu Runde gesteigert, habe solide gespielt, und immer das Gefühl, dass ich noch zusetzen kann."

Österreichs Nummer 1 hatte bisher noch nie gegen Perebijnis, die Nummer 76 der Welt, gespielt, dementsprechend "beschnupperten" sich die beiden Gegnerinnen in den ersten Games. Für Perebijnis reichte es allerdings nicht zu mehr als einer 3:2-Führung im ersten Satz, danach machte Bammer nicht weniger als zehn Games in Folge. Ihre Konstanz und Ballsicherheit wurden einmal mehr belohnt.

"Ich hab mit ihr die Rallyes gespielt und immer das Gefühl gehabt, ich kann nachsetzen. Ich habe sie sehr oft ins Laufen gebracht und zu Fehlern gezwungen", resümierte die Tennis-Mama. Das Match beendete sie nach insgesamt 1:44 Stunden gerade noch rechtzeitig, ehe es zu einer weiteren, längeren Regenunterbrechung kam.

Bammer ist mittlerweile eine Spielerin, gegen die viele Kolleginnen nicht gerne spielen. Wie sie das selbst begründet? "Ich bin eine irrsinnige Kämpferin, bin topfit und da haben die meisten Spielerinnen Angst. Sie wissen, dass sie gegen mich keinen Punkt geschenkt bekommen. Meistens macht mir ihr Tempo nichts." Auch die Tatsache, dass sie eine Linkshänderin ist, nützt ihr. Denn diesen speziellen Drall mögen viele Spielerinnen nicht.

Außenseiterin

Gegen Bartoli wird sich Bammer tatsächlich weiter steigern müssen, auch wenn sie in bisher vier Duellen auch schon einen Sieg verbucht hat. Zuletzt in Eastbourne in diesem Jahr ließ die Wimbledonfinalistin von 2007 Bammer auf ihrem Lieblingsbelag Rasen aber keine Chance. "Da hat sie sehr stark gespielt. Sie ist eine Weltklassespielerin, ich bin sicher Außenseiterin."

Trainer Jürgen Waber gibt seinem Schützling durchaus Chancen. "Sie ist zwar Außenseiterin, hat aber Bartoli auch schon geschlagen. Wenn sie ihre Aufschlag-Spiele hält, wird sie ihre Chancen bekommen." Der Traum vom Viertelfinale wird also weitergeträumt, ein Ziel, dass sich die 28-Jährige schon zu Saisonbeginn gesteckt hatte.

Bartoli verhinderte später das auch von internationalen Medien schon "sehnsüchtig" erwartete "Duell der Mütter" zwischen Bammer und Lindsay Davenport mit einem 6:1,7:6-Triumph über die US-Amerikanerin. Die Französin, die wie ihr Landsmann Fabrice Santoro sowohl von der Vorhand als auch von der Rückhand beidhändig spielt, könnte nun auch die nächste Mama auf der Tour auf ihre Abschussliste bringen.

"Ich hab sie in Eastbourne in zwei Sets geschlagen, aber jedes Match ist anders. Ich habe sie hier nicht spielen gesehen, weil wir zumeist zeitgleich gespielt haben. Sie hat bei Olympia und auch hier gut gespielt", meinte Bartoli, die ein schwieriges Match erwartet, aber auch Selbstvertrauen getankt hat. Ob es sie störe, dass Bammer Linkshänderin ist? "Meine Backhand ist mein bester Schlag, ich bin ganz glücklich, dass ich nun gegen eine Linkshänderin spiele." (APA)

 

 

  • Sybille Bammer beim Seitenwechsel.
    foto:epa/justin lane

    Sybille Bammer beim Seitenwechsel.

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