Commerzbank und Dresdner Bank vor Einigung

29. August 2008, 19:41
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Details der Fusion sollen am Wochenende fixiert werden, die Aufsichtsräte von Allianz und Commerzbank beraten

Frankfurt - Der Zusammenschluss von Commerzbank und Dresdner Bank steht Finanzkreisen zufolge unmittelbar bevor. Die Vorstände der Commerzbank und der Dresdner-Mutter Allianz hätten sich in der Nacht in Grundzügen geeinigt, hieß es am Freitag von mit der Angelegenheit vertrauten Personen. Eine endgültige Entscheidung sei noch nicht gefallen. Am Sonntag treffen sich die Aufsichtsräte von Allianz und Commerzbank, um über den Zusammenschluss zu entscheiden.

Der Plan sehe derzeit vor, dass die Commerzbank 51 Prozent der Dresdner Bank erwerbe. Die restlichen 49 Prozent würden im kommenden Jahr übergehen. Die Welt berichtete, die deutsche Finanzaufsicht BaFin habe bereits ihre Zustimmung für die Verbindung der beiden Institute signalisiert. In Finanzkreisen hieß es, einen Knackpunkt gebe es nur dann, wenn sich die Commerzbank mit der Transaktion finanziell überheben würde. Das Frankfurter Geldhaus ist mit einer Marktkapitalisierung von rund 13 Mrd. Euro nicht sehr viel größer als die Dresdner Bank, deren Wert Analysten auf rund neun Mrd. Euro schätzen.

Noch keine Jobgarantie

Im Rennen um die Dresdner Bank befinde sich auch die China Development Bank (CDB). Diese sei zwar bereit, deutlich mehr zu bezahlen als die Commerzbank, es gibt aber politische Vorbehalte gegen eine Verbindung der Dresdner Bank mit der CDB. Gewerkschaften und Mitarbeiter der Dresdner Bank würden dagegen einen Verkauf an die Chinesen präferieren, da sie dann nicht so viele Arbeitsplätze in Gefahr sehen wie bei einem Deal mit der Commerzbank. Die Gewerkschaft sieht bei einer Fusion von Commerzbank und Dresdner bis zu 12.000 der zusammen rund 63.000 Arbeitsplätze gefährdet. Eine Jobgarantie gebe es zudem noch nicht.

Die Fusion von Commerzbank und Dresdner wäre die größte Transaktion im deutschen Bankenmarkt seit Jahren. Die lange erwartete Neuordnung käme damit einen großen Schritt voran. Damit entstünde nach der Deutschen Bank die zweitgrößte Geschäftsbank in Deutschland mit einer Bilanzsumme von 1,1 Bio. Euro. Allerdings wäre die neue Bank immer noch halb so groß wie der Branchenprimus, dessen Bilanzsumme 2007 bei zwei Bio. Euro lag. (Reuters, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 30./31.8.2008)

 

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