US-Konsumrückgang im Juni und Juli

29. August 2008, 19:31
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Die Konjunktur in den Vereinigten Staaten schaltet merklich zurück, bietet insgesamt aber ein sehr inhomogenes Bild

Washington - Die amerikanische Wirtschaft dürfte sich nach dem überraschend guten zweiten Quartal deutlich abgekühlt haben. Wie das US-Handelsministerium am Freitag mitteilte, ging der private Konsum im Juli real um 0,4 Prozent zurück. Bereits im Juni war ein saisonbereinigtes, leichtes Minus von 0,1 Prozent konstatiert worden. Gleichzeitig meldete die Universität Michigan ein gestiegenes Vertrauen der Verbraucher.

Das Bild ist derzeit ziemlich uneinheitlich. Erst am Donnerstag war eine überraschend gute Performance der US-Wirtschaft bekannt geworden. Höhere Konsumausgaben und gestiegene Exporte haben das Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 3,3 Prozent wachsen lassen; das ist das stärkste Wachstum seit dem Sommerquartal 2007, wie das US-Wirtschaftsministerium erklärt hatte.

Schwacher Dollar pushte Exporte

Die amerikanische Ökonomie erwies sich damit als deutlich robuster als die Eurozone. Hier ging die Wirtschaftsleistung im Frühjahr erstmals seit Beginn der Berechnungen 1995 zurück.
Die Unternehmen pro-fitierten vom schwachen Dollar und steigerten ihre Ausfuhren. US-Firmen exportierten 13,2 Prozent mehr als im Vorjahr, zuvor war lediglich von einem Anstieg um 9,2 Prozent ausgegan-gen worden. Auch in den kommenden Monaten dürfte die Außenwirtschaft die wichtigste Stütze der US-Wirtschaft bleiben, sagte Postbank-Ökonom Brian Mandt.

Auch der private Konsum erwies sich im Frühjahr stärker als bisher erwartet. Die US-Verbraucher steigerten ihre Ausgaben um 1,7 Prozent. Um die Wirtschaft zu stützen, hatte die US-Regierung im Frühjahr Steuerschecks versandt. Das dürfte zumindest zum Teil die höheren Ausgaben der Verbraucher erklären. Experten befürchten allerdings, dass dieser Effekt im zweiten Halbjahr ausläuft. (red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 30./31.8.2008)

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