48-Stunden-Pflege

29. August 2008, 19:29
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Bei genauer Hinsicht bleiben bei einer 48-Stunden-Pflege doch ein paar Fragen offen

Günter Stummvoll, der Mann mit den ehemals größten runden Brillen der Welt, hat jüngst eine noch nie geforderte Forderung gestellt. Zugegeben, unter widrigsten Bedingungen: Josef Cap funkelte ihn an, Armin Wolf bohrte, und der Inhalt eines soeben mutwillig geöffneten SP-Pakets prasselte auf ihn nieder. In dieser Ausnahmesituation forderte Stummvoll "die Verdoppelung der Pflege für die 24-Stunden-Woche".

Wenn man gütig ist, klingt das werbepolitisch normal, also nach gar nichts, außer nach dem Wunsch nach Verdoppelung von etwas Gutem, zum Beispiel: Doppelt so viele Angehörige von Pflegepatienten wählen die ÖVP. Bei genauer Hinsicht bleiben dann aber doch ein paar Fragen offen: 1.) Wie pflegt man eine 24-Stunden-Woche? 2.) Mit welchem Effekt verdoppelt man diese Pflege? 3.) Entsteht aus einer doppelt gepflegten 24-Stunden-Woche eine 48- oder eine Zwölf-Stunden-Woche? 4.) Muss die dann vierfach oder gar nicht mehr gepflegt werden? 5.) Und für den Fall, dass Stummvoll die Verdoppelung der Rund-um-die-Uhr-Pflege fordern wollte: 48 Stunden Pflege pro Tag - ja, das wäre schon ein Highlight im Intensivwahlkampf. (Daniel Glattauer, DER STANDARD, Printausgabe, 30.8.2008)

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