Wien: "Er will nicht anecken"

29. August 2008, 19:04
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Probleme mit Arbeitszeiten und Personal

"Grabenkämpfe gibt es in jeder Firma", meint Med-Uni-Betriebsrat Thomas Szekeres auf die Frage, ob es an der Medizinischen Fakultät seit ihrer Umwandlung in eine Uni zu einem freien Spiel der Kräfte gekommen ist. Von Wiens Med-Uni war in den vergangenen Monaten primär im Zusammenhang mit Seilschaften, bedenklichen Nebenbeschäftigungen von Ärzten, von einer möglicherweise gefälschten Studie und Arbeitszeitüberschreitungen die Rede.

Das Uni-Gesetz (UG) 2002 habe dazu geführt, dass die bis dahin üblichen Beamten-Karriereschritte ersatzlos abgeschafft wurden, sagt Szekeres. "Und es gibt seit Jahren eine drastische Verschlechterung bei den Personalressourcen. Wegen der Ausgliederung der Med-Uni ist in Verwaltung und EDV investiert worden. Das Geld fehlt nun bei den Ärzten", sagt Szekeres. Schütz setze sich nicht genug für mehr Personal ein, sagen Kritiker. "Er will nicht anecken bei denen, die ihm die zweite Legislaturperiode ermöglicht haben", heißt es von einem Insider. Schütz war im Juli 2007 wiedergewählt worden. Der Senat hatte nur ihn von acht Bewerbern als Kandidaten vorgeschlagen.

Nach aktuellem UG ist Schütz für Arbeitszeitüberschreitungen verantwortlich. Derzeit wird debattiert, ob das in Zukunft der Ärztliche Rektor Reinhard Krepler sein soll. Zu lange Arbeitszeiten sind am AKH ein großes Problem. Das Arbeitsinspektorat, so erfuhr der Standard am Freitag, soll deshalb erneut ein Strafgeld von 700.000 Euro verlangen. Schütz war dazu nicht erreichbar. (Gudrun Springer, DER STANDARD, Printausgabe, 30.8.2008)

  • Stillhalte-Rektor: Wolfgang Schütz
    foto: der standard/corn

    Stillhalte-Rektor: Wolfgang Schütz

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