Phil Hill 1927-2008

30. August 2008, 18:18
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Der Champion von 1961 starb im Alter von 81 Jahren, die WM hatte er unter traumatischen Umständen gewonnen

Monterey - Der ehemalige Formel-1-Weltmeister Phil Hill ist tot. Er starb am Donnerstag im Alter von 81 Jahren im kalifornischen Monterey nach langem Leiden an den Folgen der Parkinson'schen Krankheit. Von den elf Champions aus den ersten beiden Dekaden der Rennserie sind nun nur noch drei am Leben: Jack Brabham, John Surtees und Jackie Stewart.

Hill gewann seinen Titel 1961 unter tragischen Umständen. Sein Ferrari-Teamkollege Wolfgang Graf Berghe von Trips, einziger verbliebener Konkurrent im Titelrennen, war bei einem schrecklichen Unfall in Monza ums Leben gekommen, auch mehr als ein Dutzend Zuschauer starben. Der Deutsche war mit dem Lotus von Jim Clark kollidiert.  Ferrari hatte in dieser Saison darauf verzichtet, eine Nummer eins zu bestimmen, und so kämpften Hill, von Trips und auch Richie Ginther auf ihren überlegenen Boliden der neuen 1,5-Liter-Formel einen harten internen Kampf um die Weltmeisterschaft. Der Tod von Trips' setzte Hill, der als einer der intelligentesten und nachdenklichsten Fahrer seiner Generation galt, schwer zu.

In Florida geboren, jedoch im kalifornischen Santa Monica aufgewachsen, hatte Hill bei Sportwagenrennen die Aufmerksamkeit des US-Importeurs von Ferrari erregt, welcher Hill in der Folge Enzo Ferrari empfahl. Dieser setzte ihn in einem seiner Boliden in Le Mans ein - Hill siegte dreimal bei den 24-Stunden (1958, 1961,1962). Auch in Sebring war er dreimal erfolgreich. 1959 brach Hill auf den Bonneville Salt Flats in Utah gleich sechs Geschwindigkeitsrekorde für Landfahrzeuge.

1958 debütierte er in der Formel eins. Auf einem vom schwedischen Privatier Joakim Bonnier geliehenen Maserati fuhr er im französischen Grand Prix in Reims auf einen beachtlichen siebenten Platz. Daraufhin beschleunigte Ferrari die Beförderung Hills aus der Formel 2 in die Königsklasse. Es dauerte bis 1960, ehe Hill in Monza sein erster von insgesamt drei GP-Siegen gelang.

Hill blieb auch als Weltmeister bei Ferrari, doch die Italiener wurden von den aufstrebenden britischen Teams Lotus und BRM überflügelt. Der Champion hatte keinen Siegerwagen mehr zur Verfügung. 1963 verließ Hill die Italiener und musste sich zwei Jahre lang mit den nicht konkurrenzfähigen Wagen von ATS und Cooper herumärgern. Es wurde immer deutlicher, dass seine Karriere in der Formel 1 sich dem Ende zuneigte. Hill wechselte zurück ins Lager der Sportwagen, wo ihm gegen Ende der 1960er Jahre noch einige schöne Siege gelangen. 1968 bemerkte er, dass seine internationale Rennfahrerlizenz abgelaufen war - Hill kehrte nicht mehr auf die Rennstrecken zurück. Er heiratete mit 44 und lebte in der Folge ein zurückgezogenes Leben in Santa Monica.

Hill ist bis heute der einzige Formel-1-Weltmeister, der in den USA geboren wurde. Landsmann Mario Andretti, 1978 Titelträger,  war in Italien zur Welt gekommen. (Michael Robausch, derStandard.at 30.8. 2008)

 

 

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    Phil Hill fährt im Ferrari Dino 246 zum Sieg in Monza 1961.

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