Lebenslang für Ex-Generäle

29. August 2008, 18:45
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Zwei Militärs wegen Entführung eines Senators im Jahre 1976 verurteilt

Buenos Aires - Zwei ehemalige Generäle in Argentinien sind wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Antonio Bussi (82) und Luciano Menéndez (81) wurden für schuldig befunden, während der Militärdiktatur den peronistischen Provinzsenator Guillermo Vargas Aignasse entführt, gefoltert und ermordet zu haben. Der Senator verschwand am 24. März 1976 und wurde nie wieder gesehen, obwohl die Streitkräfte erklärten, dass er aus einem Gefängnis entlassen worden sei.

Die Verlesung des Urteils am Donnerstag wurde im Zuschauerraum des Gerichts mit Jubel begrüßt. Während der siebenjährigen Militärdiktatur sind in Argentinien bei der Jagd auf Linke bis zu 30.000 Menschen verschwunden. Sie wurden gefoltert und ermordet.

Ex-General Bussi kann die Strafe wegen seines schlechten Gesundheitszustandes im Hausarrest verbringen. Menéndez war im Juli wegen anderer Vergehen zu lebenslanger Haft verurteilt worden und sitzt bereits im Gefängnis. Beide Generäle hatten die Prozesse gegen sie als ungerechtfertigt abgelehnt. Bussi gehörte Mitte der 90er-Jahre zu den wenigen Militärs, denen es gelang, demokratisch auf einen Posten gewählt zu werden. Er war Provinzgouverneur von Tucumán, 2003 wurde er noch einmal zum Bürgermeister der gleichnamigen Provinzhauptstadt gewählt.

Die Unterdrückung während der Diktatur rechtfertigte er damit, dass die Militärs sich seinerzeit "in einem Krieg" gegen die "marxistisch-leninistische Aggression" befunden hätten. (AP, AFP/DER STANDARD, Printausgabe, 30.8.2008)

 

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