Länder nicht in Geberlaune

29. August 2008, 17:52
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Ausgaben für Bundeswahl "nicht im Budget eingeplant"

Wien - Norbert Walter, Landesgeschäftsführer der ÖVP Wien, fasst das finanzielle Dilemma zusammen, in dem viele Landesparteien derzeit stecken: "Diese Ausgaben waren klarerweise nicht im Budget eingeplant", sagt Walter, „und wir waren an sich auch schon auf Sparkurs für die nächste Wiener Gemeinderatswahl 2010." Weil's aber ohnehin nicht mehr zu ändern ist, versucht man das Beste draus zu machen - und rührt im roten Wien die Werbetrommel für die schwarze Landesliste. "Wir konzentrieren uns in erster Linie auf unsere Kandidaten", sagt Walter „aber werben natürlich auch für den Bundesspitzenkandidaten. Wien ist bei Nationalratswahlen nun einmal besonders im Fokus."
Kein Geld, aber zumindest Solidarität mit den eigenen Landsleuten - das scheint das Wahlkampf-Motto der ÖVP Oberösterreich zu sein. Bekanntermaßen hat Landeshauptmann Josef Pühringer den Geldhahn in Richtung Wien nach der Nachwahlankündigung zugedreht. Doch zumindest bei den eigenen Leuten, Spitzenkandidat in Oberösterreich ist Bundesparteiobmann Wilhelm Molterer, scheinen die Ausnahmen die Regel zu bestätigen. „Wir zahlen zwar keinen sonst üblichen Sonderbeitrag an den Bund, werden aber einen eigenen Wahlkampf in Oberösterreich führen. Und es wird Geld geben etwa für diverse Veranstaltungen oder Werbemittel", stellt ÖVP-Landesparteisekretär Michael Strugl im Standard-Gespräch klar. Fixiert seien zum Beispiel Auftritte in den Wahlkreisen mit Wilhelm Molterer und Maria Fekter. Die steirische VP argumentiert, sie richte ohnehin den Wahlkampfauftakt in Graz aus. Im Übrigen müsse auch die Steiermark aufs Geld schauen, ließ VP-Chef Schützenhöfer erst kürzlich durchklingen. In Geberlaune ist er nicht: "Wir unterstützen den Wahlkampf nach unseren Möglichkeiten." Ähnliches gilt für Vorarlberg - auch dort hat man 2009 Landtagswahlen zu bestreiten.

Die niederösterreichische ÖVP will nicht preisgeben, ob sie Geld nach Wien für den Wahlkampf abliefert. Ganz nach Vorbild der Landtagswahlen im Frühjahr will man aber erst drei Wochen vor der Wahl mit der Intensiv-Phase beginnen. (hei, mro, mue, stem, DER STANDARD, Printausgabe, 30.8.2008)

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