Was Firmen beim Wachstum bremst

29. August 2008, 17:00
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Der Fachkräftemangel ist der stärkste Wachstums- hemmer für Unternehmen - Ergebnisse des Neuwaldegger Top-Management Survey

Der Mangel an qualifizierten Mitarbeitern hindert Unternehmen am Wachstum, so das Ergebnis des Neuwaldegger Top-Management Survey 2008 unter 300 Führungskräften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz (D-A-CH). Der Fachkräftemangel ist besonders für Schweizer und österreichische Manager der stärkste Wachstumshemmer für ihr Unternehmen. Auftragsmangel und fehlende Managementkapazität werden als weitere Wachstumsbremsen genannt.

Das Gewinnen und Halten von guten Mitarbeitern gewinnt somit weiter an Bedeutung. Knapp 30 Prozent der Manager in D-A-CH schätzen, dass ihr Unternehmen sehr gut darauf eingestellt ist, rund 60 Prozent meinen, ihre Firma wäre teilweise vorbereitet. "Diese Selbsteinschätzung überrascht doch etwas", sagt Michael Patak, geschäftsführender Gesellschafter der Beratergruppe Neuwaldegg. "In vielen Unternehmen wurde in den letzten Jahren mehr gespart und abgebaut als in Mitarbeiter investiert. Dadurch sinken Identifikation und Loyalität."

Weiterbildungsangebote

Um Mitarbeiter halten zu können, setzen 72 Prozent der befragten Führungskräfte auf vielfältige Weiterbildungsangebote. An zweiter Stelle stehen flexible Arbeitszeitregelungen, gefolgt von klassischen integrativen Maßnahmen wie Betriebsausflügen und Mitarbeiterveranstaltungen.
Alle Bindungsmaßnahmen nützen allerdings wenig, wenn das Verhältnis Führungskraft - Mitarbeiter nicht stimmt. Mehr als 50 Prozent der befragten Top-Manager stimmen der Aussage "Der wichtigste Grund, warum qualifizierte und engagierte Mitarbeiter das Unternehmen verlassen, ist die mangelnde Führungskompetenz der Chefs" zur Gänze oder zumindest teilweise zu.

Diese allgemeine selbstkritische Einschätzung wird in Tourismus- und Freizeitwirtschaft bzw. in der Informations- und Consultingbranche noch übertroffen - beides sind Branchen mit hoher Fluktuation.
Patak plädiert daher für konsequente und nachhaltige Investitionen in den Aufbau von Führungsqualitäten. Aber auch die Politik sei gefordert, damit qualifizierte Fachkräfte zuwandern können. (red/DER STANDARD; Printausgabe, 30./31.8.2008)

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    Fachkräfte sind gefragt.

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