LIF für gleichwertige Ausbildung für alle Pädagogen

29. August 2008, 14:59
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Schaffenrath fordert Gesamtschule, Abschaffung von Klassenwiederholungen, Aufwertung der Kindergartenpädagogik

Wien - Kosten in Millionenhöhe für Nachhilfe und Klassenwiederholungen, hohe Dropout-Quoten und "viele Kinder, die an falschen Schulen sitzen" - diese "heißen Themen" will das LIF mit seinem am Freitag in Wien präsentierten Bildungsprogramm angehen. Die Kernpunkte laut Bildungssprecherin Maria Schaffenrath: Gesamtschule, kein Sitzenbleiben mehr und verbesserte, gleichwertige Ausbildung für alle Lehrer.

Das derzeitige Bildungssystem zementiere soziale Unterschiede ein, so Schaffenrath. Ein kostenloses verpflichtendes Kindergartenjahr solle dafür sorgen, dass alle Kinder vom selben Niveau aus ihre Schulkarriere starten können. Sie betonte die wichtige Rolle von Kindergartenpädagogen und forderte für diese eine hochqualifizierte Ausbildung, "die deren Bedeutung entspricht. Wir brauchen die gleiche akademische Ausbildung für alle Lehrer, auch für Volksschullehrer und Kindergartenpädagogen", so Schaffenrath. Die derzeit bestehende Lehrerausbildung an den Unis kritisiert sie: Dort müsse man Pädagogische Fakultäten schaffen, an denen die Pädagogik im Zentrum steht und nicht "Anhängsel eines Fachstudiums" sei.

Gegen zu frühe Selektion

Mit der gemeinsamen Mittelschule für die Zehn- bis 14-Jährigen könnten laut Schaffenrath die Nachhilfekosten von jährlich 140 Mio. Euro reduziert und soziale Unterschiede ausgeglichen werden. "Statt einer zu frühen Selektion bei den Zehnjährigen fordern wir eine gemeinsame Mittelschule mit einem Höchstmaß an Individualisierung und bestmöglicher Förderung." Dazu gehören auch die Abschaffung der "unnötig teuren" Klassenwiederholungen - laut einem Rechnungshofbericht von 2005 gibt es jährlich 25.000 Repetenten - und der "Einheitsmatura", an deren Stelle verschiedene Module absolviert werden sollten. Schaffenrath tritt außerdem für mehr "Fairness" für Lehrer ein: man müsse ihr gesellschaftlichen Ansehen steigern und den "Arbeitsplatz Schule" verbessern. Bezahlung und Karrierechancen der Pädagogen sollten künftig leistungsorientiert sein.

An den einzelnen Schulstandorten will Schaffenrath eine Stärkung der Autonomie (Wahl der Schulleiter auf Zeit, Einstellung von Lehrern durch Gremien). Konfessionelle und nicht-konfessionelle Privatschulen oder Privatkindergärten sollen nach Vorstellung des LIF mit öffentlichen Einrichtungen finanziell gleichgestellt werden. Schließlich hätten diese in der Vergangenheit immer wieder die Lücken des öffentlichen Schulsystems gefüllt. (APA)

 

 

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