Kabel Deutschland trennt sich von 300 Mitarbeitern

29. August 2008, 14:42
posten

Teil der Technikabteilung soll ausgelagert werden - Im Gesamtjahr wieder ein Verlust erwartet

Nach einem Verlust im vergangenen Geschäftsjahr will sich der Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland (KDG) von rund 300 Mitarbeitern trennen. Geplant sei, einen Teil der Technik an externe Anbieter auszulagern, teilte das Unternehmen am Freitag in München mit. Ein Sprecher ergänzte auf Anfrage, dabei gehe es hauptsächlich um die Wartung von Leitungen und Entstörungsdienste. Betriebsbedingte Kündigungen seien bisher nicht ausgeschlossen. Derzeit werde mit dem Betriebsrat über das weitere Vorgehen verhandelt.

Ergebnisse

Bis wann Ergebnisse vorliegen, sei derzeit noch unklar, sagte der Sprecher. Konkrete Pläne für weitere Kürzungen gebe es derzeit zwar nicht, grundsätzlich würden aber alle Unternehmensbereiche auf ihre Effizienz hin überprüft. Wie viel durch den Stellenabbau eingespart werden kann, sei ebenfalls noch offen. "Das Einsparpotenzial ist noch unklar, aber auf jeden Fall da." Insgesamt beschäftigt das Unternehmen derzeit 2750 Mitarbeiter.

Abschluss

In dem Ende Juni abgeschlossenen ersten Quartal des Geschäftsjahres 2008/2009 schaffte KDG dank eines Sonderertrages unterm Strich einen kleinen Gewinn von 1,7 Mio. Euro. Positiv bemerkbar machte sich hier der Verkauf eines Kabelnetzes in Berlin, der rund 13 Mio. Euro in die Kasse spülte. Ohne diesen Sondereffekt wäre ein Verlust von etwa 11,3 Mio. Euro angefallen. Auch im Gesamtjahr wird früheren Angaben zufolge wieder ein Verlust erwartet. 2007 hatte KDG die Verluste von 99,3 Mio. Euro im Vorjahr auf 33,8 Mio. Euro reduziert.

Umsatz

Der Quartalsumsatz kletterte im Jahresvergleich um 13,6 Prozent auf 329,2 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verbesserte sich sogar um knapp ein Viertel auf 134 Mio. Euro. Die Kundenzahl lag nahezu unverändert bei 9,2 Millionen. Sie wurde allerdings auch durch die Übernahme des Augsburger Wettbewerbers Orion gestützt, die im April freigegeben worden war. Das Unternehmen bezifferte den Nettobeitrag auf etwa 272.000 Kunden. (APA)

Share if you care.