Gruner+Jahr steigert Ergebnis

29. August 2008, 14:39
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Der deutsche Großverlag hat im ersten Halbjahr 2008 sein operatives Ergebnis leicht gesteigert

Hamburg - Der deutsche Großverlag Gruner+Jahr (G+J) hat im ersten Halbjahr 2008 sein operatives Ergebnis leicht gesteigert. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sei das Operating EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) von 116 auf 117 Mio. Euro gestiegen, teilte der zur Bertelsmann-Gruppe gehörende Verlag am Freitag in Hamburg mit. Der Umsatz sei - im wesentlichen wechselkursbedingt - von 1,39 auf 1,36 Mrd. Euro gesunken.

Nach Verlagsangaben entwickelten sich in Deutschland "Gala" und "Brigitte Woman" sowie der Internetauftritt "brigitte.de" trotz eines schwierigen Anzeigen- und Vertriebsmarktes besonders erfreulich.

Auf dem internationale Markt stiegen die Umsätze G+J zufolge in Frankreich gegen den Markttrend. Auch der Wachstumsmarkt China habe sich "äußerst positiv" entwickelt, während die Geschäfte in Spanien unter der Wirtschaftskrise gelitten hätten.

Rezessiver Magazinsektor

"Der Magazinsektor in den westeuropäischen Märkten entwickelt sich weiter rezessiv", sagte G+J-Chef Bernd Kundrun. Der Verlag habe in diesem Marktumfeld bisher darauf verzichtet, große Investitionen beispielsweise in riskante Internetunternehmen zu tätigen, sondern habe sich vielmehr auf die Entwicklung und den Ausbau seiner Marken und ihrer Position in Stammsegmenten konzentriert.

Gruner+Jahr will in der Schwächephase des Markts zuschlagen und Konkurrenten übernehmen. "Unsere Investitionskraft werden wir dann nutzen, wenn der Markt und die gleichzeitig rückläufige Bewertung vieler Medienunternehmen in der sich abzeichnenden Abkühlungsphase ausreichend Gelegenheit dazu bieten", erklärte Kundrun. Der Verlag ist in der zweiten Bieterrunde für die Fachzeitschriftensparte des niederländisch-britischen Konkurrenten Reed Elsevier. Es gebe aber noch andere Möglichkeiten für größere Investitionen, sagte ein Gruner+Jahr-Sprecher.

Die Aussichten für Printmedien seien schlecht, stellte Kundrun fest. "Der Magazinsektor in den westeuropäischen Märkten entwickelt sich weiter rezessiv." Der Herausgeber von Titeln wie "Stern", "Brigitte", "Geo" und "Financial Times Deutschland" profitiere allerdings davon, dass das Unternehmen auf große Investitionen in riskante Internetunternehmen verzichtet und sich auf den Ausbau seiner Marken konzentriert habe. (APA/dpa/Reuters)

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