Sondereffekte belasten Halbjahr

29. August 2008, 13:53
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Kärntner Hypo mit 61,9 Millionen Euro Halbjahresverlust - Vorstandschef Berlin: "Aufräumarbeiten werden uns 2008 beschäftigen"

Klagenfurt - Die Hypo Group Alpe Adria mit Sitz in Klagenfurt hat im ersten Halbjahr 2008 einen Verlust von 61,9 Mio. Euro geschrieben. Das schlechte Ergebnis sei aufgrund von Sonderbelastungen aus der Finanzmarktkrise und Risikovorsorgen im Kreditbereich entstanden, hieß es am Freitag in einer Aussendung. "Die Aufräumarbeiten werden uns 2008 beschäftigen", sagte Vorstandsvorsitzender Tilo Berlin, der auf ein "ausgeglichenes Konzernergebnis" für das Gesamtjahr hofft.

Bilanzsumme legte zu

Die Bilanzsumme der mehrheitlich der Bayerischen Landesbank (BayernLB) gehörenden Hypo stieg um 8,6 Prozent auf 41,2 Mrd. Euro. Im operativen Kundengeschäft habe man trotz der weltweiten Finanzkrise deutliche Fortschritte erzielt. Sondereffekte im Zusammenhang mit den Umbauarbeiten und hier insbesondere in Folge von Wertkorrekturen hätten sich aber belastend auf das Ergebnis ausgewirkt. Berlin: "Die Bank ist insgesamt gut unterwegs und macht gute Fortschritte auf ihrem Weg zur nachhaltigen Aufstellung. Wir werden aber 2008 weiter daran arbeiten müssen, die Bank zukunftsgerecht aufzustellen." Dies sei man auch den Eigentümern schuldig.

Von der internationalen Finanzmarktkrise besonders betroffen war das Wertpapierergebnis, das sich deutlich negativ entwickelte. Im Handelsergebnis wurde sogar ein Rückgang um 62,7 Prozent verzeichnet. Dies sei auch auf "deutlich konservativere Wertansätze im Zuge der laufenden Arbeiten zur inneren Stärkung" zurückzuführen. Die Risikovorsorge spiegelt dies ebenfalls wieder, die 80 Mio. Euro vom ersten Halbjahr 2007 verdoppelten sich auf 159,3 Mio. Euro. Die operativ gute Entwicklung des Kundengeschäftes habe diese negativen Sondereffekte nicht gänzlich kompensieren können.

Die Eigenmittelquote sank von 10,0 Prozent zu Jahresende 2007 auf 9,5 Prozent, die Kernkapitalquote erreichte 5,8 Prozent (Dezember 2007: 6,3 Prozent). Die gesamten anrechenbaren Eigenmittel werden mit 3,3 Mrd. Euro ausgewiesen, das gesetzliche Mindesterfordernis lag bei 2,8 Mrd. Euro.

Vorsichtiger Ausblick

Berlin rechnet bis Jahresende mit einer Fortsetzung der Krise an den internationalen Finanzmärkten, zudem will er sich auch weiterhin dem Kreditrisiko-Management mit "besonderer Aufmerksamkeit" widmen. Ziel sei es, bis Jahresende den wesentlichen Teil der Arbeiten zur Neuausrichtung und Anpassung an internationale Standards abgeschlossen zu haben. Die Bilanzsumme soll auf rund 44 Mrd. Euro wachsen (plus 16 Prozent), das Gesamtergebnis ausgeglichen ausfallen.

Die Hypo Group Alpe Adria gehört zu 57,49 Prozent der BayernLB, zu 26,45 Prozent der GRAWE-Gruppe, zu 16,04 Prozent der Kärntner Landesholding und zu 0,02 Prozent der Hypo Alpe-Adria Mitarbeiter Privatstiftung. Der Konzern beschäftigt rund 7.400 Mitarbeiter und ist in zwölf Ländern vertreten. (APA)

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