Universal-Versand: "Wachstumschancen liegen im Internet"

29. August 2008, 12:58
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Türkei bei Eigenmarkenproduktion "stark im Kommen" - Versandhaus feiert 40. Geburtstag

Der Versandhändler Universal sieht die künftigen Wachstumschancen im Internet: Im heurigen Jahr werde der Umsatzanteil des sogenannten E-Commerce rund 40 Prozent ausmachen. In fünf Jahren wird mit einem Anteil 80 Prozent gerechnet, erklärte Universal-Geschäftsführer Harald Gutschi am Donnerstagabend bei einer Pressekonferenz anlässlich des 40. Geburtstages des Versandhauses, bei der auch das neue Testimonial und Dancing-Star-Gewinner Dorian Steidl anwesend war.

Wachstum

Dass der Versandkatolog tot ist, glaubt Gutschi nicht. Den Katalog werde es auch weiterhin geben, aber das Wachstum sei "künftig im Internet zu sehen". Für das heurige Jahr werde hierzulande ein E-Commerce-Umsatz von 3,2 Mrd. Euro erwartet und 2010 soll dieser 5,6 Mrd. Euro ausmachen, sagte Gutschi, der sich dabei auf Zahlen des Marktforschungsinstituts Forrester Research bezogen hat.

Derzeit werden im Internetportal des Versandhändlers rund 300.000 Produkte angeboten. Bis 2010 sollen etwa eine Million Artikel online erhältlich sein, kündigte der Bereichsleiter für Marketing, Herbert Pumberger, an. Auf Dauer soll das E-Commerce-Geschäft von Universal doppelt so schnell wie der Markt wachsen, konkret mit 60 Prozent pro Jahr, erklärte Gutschi.

Ausblick

Für die Zukunft rechnet er damit, dass der Versandhandel den stationären Einzelhändlern weiter Marktanteile wegnehmen werde. Derzeit betrage das Volumen des sogenannten Distanzhandels am gesamten Handelsvolumen in Österreich rund 6 Prozent, erklärte Gutschi. 2015 soll der Anteil auf 13 Prozent wachsen und langfristig bei steigender Anbieteranzahl auf 15 bis 20 Prozent des gesamten Handelsvolumens einpendeln, sagte der Geschäftsführer, der dabei Zahlen einer Studie der Deutschen Bank zitierte.

Neben dem Internet spielen auch die Eigenmarken eine wichtige Rolle für Universal. Im Textilbereich, der 40 Prozent des Umsatzes ausmacht, betrage der "Exklusivmarken"-Anteil 25 Prozent, der Rest entfalle auf "Industriemarken" wie etwa Esprit oder S.Oliver. In Zukunft soll der Anteil der Eigenmarken ausgeweitet werden, kündigte Universal-Direktor Helmut Schönfelder an.

Marken

Die von Universal kreierten Modemarken werden in Fernost, der Türkei aber auch in Europa produziert, erklärte Gutschi. Die Produktion in Asien soll künftig zurückgenommen werden, um flexibler auf die Nachfrage reagieren zu können. Die Türkei sei dabei "stark im Kommen".

Universal gehört wie der Otto-Versand zur Unito GmbH, die wiederum Tochter der Otto Gruppe ist. In Österreich erwirtschaftet Universal nach eigenen Angaben einen Umsatz von 100 Millionen Euro und erzielt ein positives Betriebsergebnis. Hierzulande arbeiten mehr als 1.000 Mitarbeiter an fünf Standorten (Salzburg, Bergheim, Graz, Kalsdorf, Linz) für Unito. Die gesamte Gruppe versendet pro Jahr mehr als 8 Mio. Pakete in Österreich. Insgesamt hat Universal hierzulande 1,4 Mio. Kunden an die pro Jahr 30 Mio. Kataloge und Prospekte verschickt werden. (APA)

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