Reformierter Walujew mit neuem Anlauf

29. August 2008, 12:43
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Riesiger Russe boxt gegen US-Fighter Ruiz um Schwergewichts-Titel: Nach Trainerwechsel "ein anderer geworden"

Berlin -  Nikolai Walujew noch einmal nach dem Gipfel. Der bereits 35-jährige Russe will am Samstagabend (22.40 Uhr/ARD) in Berlin zum zweiten Mal Schwergewichts-Weltmeister nach Version der World Boxing Association (WBA) werden. "Ich gebe eigentlich keine Prognosen ab. Aber ich werde den Ring auch diesmal als Sieger verlassen", kündigte der 2,13-Meter-Riese vor dem erneuten Aufeinandertreffen mit dem US-Amerikaner John Ruiz an.

Ruiz war für Walujew auch schon die Hürde bei seiner ersten Thronbesteigung im Dezember 2005. Damals gewann er umstritten - vor allem, weil er über die beeindruckendere Physis verfügte. Die will der Gigant diesmal zwar auch in die Waagschale werfen, aber ebenso mit seinen gewachsenen boxerischen Fähigkeiten glänzen. "Ich bin ein anderer Boxer geworden", behauptet der 150-kg-Mann.

Der Wandel hat seinen Ursprung in Walujews bisher einziger Niederlage im April vergangenen Jahres, als er den WM-Gürtel in Stuttgart gegen den Usbeken Ruslan Tschagajew verlor und dabei eine taktisch und boxerisch schlechte Leistung ablieferte. Der in 50 Profi-Kämpfen gestählte Familienvater zog die Konsequenzen, feuerte seinen Trainer und begab sich unter die Fittiche von Alexander Zimin, dem ehemaligen sowjetischen Auswahltrainer.

Der Wechsel zeigte Wirkung, wie beim Punktsieg Walujews über den weißrussischen Ex-Weltmeister Sergej Ljachowitsch deutlich zu sehen war. Trotzdem glaubt Ruiz an seine Chance. Der 36-jährige Ex-Weltmeister hat dem 15 Zentimeter größeren Widerpart eine schmerzhafte Revanche für die 2005 erlittene Niederlage und damit das Karriereende prophezeit. "Ich bin hier, um mir den Titel zurückzuholen, der mir vor zwei Jahren gestohlen wurde", verkündete Ruiz. Martialischer Nachsatz: "Diesmal fälle ich ihn."

Der Sieger des Duells muss sich bis zum 26. Juni 2009 mit dem eigentlichen WBA-Champion Tschagajew messen, der zwei Titelverteidigungen gegen Walujew aus gesundheitlichen Gründen hatte absagen müssen. Die WBA bestimmte Tschagajew daraufhin zum "Weltmeister in der Pause" ("champion in recess") und setzte das WM-Duell zwischen Walujew und Ruiz an, in dem der reguläre WBA-Champion ermittelt wird. (APA/dpa)

 

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