Junge Welle soll Titel anspülen

29. August 2008, 11:00
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Josep Guardiola führt umgekrempelten FC Barcelona in die neue Saison, es müssen Erfolge her - Favorit bleibt recht unverändertes Real

Madrid  - Der FC Barcelona will nach zwei titellosen Saisonen unter seinem jungen Coach Pep Guardiola wieder an die Erfolge vergangener Jahre anschließen. Nachdem die Katalanen gegen Wisla Krakau problemlos in die Champions League einzogen, soll am Wochenende erfolgreich in Primera Division gestartet werden. Erster Kandidat auf den Titel bleibt trotz vornehmer Zurückhaltung auf dem Transfermarkt aber Meister Real Madrid.

In Barceona zogen die Verantwortlichen nach einer durchwachsenen Vorsaison und nur dem dritten Rang hinter Real sowie Villarreal im Sommer die Notbremse: Die Trennung von Trainer Frank Rijkaard sowie formschwacher Stars wie Ronaldinho (zu Milan), Deco (Chelsea) und Gianluca Zambrotta (Milan) war die Konsequenz.

Jüngere Spieler wie der um 30 Mio. vom FC Sevilla geholte Brasilianer Daniel Alves, der Uruguayer Martin Caceres und der von Manchester United zurückgekehrte Gerard Pique sollen die Defensive verstärken, Seydou Keita (Sevilla) aus Mali und der Weißrusse Aleksandr Hleb (Arsenal) für die nötige Kampfkraft im Mittelfeld sorgen. "Ich denke nicht, dass Real die Liga dominieren wird. Wenn wir unser Level erreichen, wird es hart werden, uns zu schlagen", meinte Guardiola vor dem Match am Sonntag auswärts bei Aufsteiger Numancia zuversichtlich.

Guadiola stellt im Unterschied zu Rijkaard, dem eine gewisse Nachlässigkeit bei Ausschweifungen seiner Profis nachgesagt wurde, Disziplin an erste Stelle. Weich wurde er zuletzt aber bei der Begnadigung von Samuel Eto'o. Er durfte bleiben und  bildet im Verbund mit Lionel Messi und Thierry Henry damit weiter eine der derzeit besten Sturmreihen im Weltfußball.

Den Umwälzungen im Lager des Erzrivalen ungeachtet wirft Real ein Auge auf den Titel-Hattrick. Trotz monatelanger Spekulationen um Cristiano Ronaldo hielten sich die "Königlichen" auf dem Transfermarkt bis auf die Verpflichtung des niederländischen Teamkickers Rafael van der Vaart vom HSV zurück.  Nach gescheiterten Abwerbeversuchen der Europameister David Villa (Valencia) und Santi Cazorla (Villarreal) warfen beide Klubs den Madrilenen allerdings vor, schlechten Stil bewiesen zu haben. Der seit Wochen Verstärkungen einfordernde  Bernd Schuster war entsprechend sauer und wollte "zum Thema Neuverpflichtungen nichts sagen".

Mit dem Gewinn des spanischen Supercups gegen Valencia durfte der Deutsche aber bereits vor Saisonstart über den ersten Titel jubeln. Ohne den in diesem Spiel ausgeschlossenen Van der Vaart bestreitet Real am Sonntagabend den Auftakt gegen Deportivo La Coruna. Im Riazor-Stadion haben die Madrilenen seit November 1991 in schon 16 Spielen keinen Sieg feiern dürfen. Mit dabei nach dreimonatiger Verletzungspause ist auch wieder der italienische Weltmeister Fabio Cannavaro.

Abseits des Duells der beiden Erzrivalen macht sich vor allem Atletico Madrid Hoffnungen auf einen Platz unter den Top-Vier. Mit dem erstmaligen Einzug in die Champions League seit elf Jahren feierte der zweite Klub aus der Hauptstadt bereits ein Erfolgserlebnis.  Villarreal geht erneut als gefährlicher Außenseiter in die Saison, selbiges gilt für den FC Sevilla.  (APA/red)

 

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    Josep Guardiola ist zum Erfolg verdammt.

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