Indien: Hunderttausende in Hochwassergebieten eingeschlossen

1. September 2008, 16:46
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Schlimmstes Hochwasser der vergangenen fünfzig Jahre - Retter haben noch nicht alle Regionen erreicht - 1,2 Millionen Menschen obdachlos - Caritas versorgt Opfer

Patna - In den indischen Hochwassergebieten harren noch immer hunderttausende Menschen aus. Die Behörden erklärten, die Bewohner hätten sich auf die Dächer ihrer überschwemmten Häuser gerettet. Die Regierung stellte den Rettungskräften 900 Boote zur Verfügung, die jedoch noch immer nicht alle Regionen im Unionsstaat Bihar erreichten. Insgesamt wurden durch den seit zwei Wochen anhaltenden Monsunregen und einen Deichbruch im benachbarten Nepal rund 1,2 Millionen Menschen obdachlos.

Bei einer dramatischen Rettungsaktion kenterte ein Boot. Dabei ertranken nach Polizeiangaben vom Samstag 20 Menschen im Bezirk Madhepura, 150 Kilometer nordöstlich der Provinzhauptstadt Patna. "Das Boot war völlig überfüllt, da die Leute voller Panik an Bord kletterten und gerettet werden wollten", sagte ein Polizeisprecher. Acht Insassen konnten sich schwimmend in Sicherheit bringen, 32 weitere wurden von Soldaten gerettet.

Reparaturarbeiten erst nach Monsuregen möglich

In Nepal trat der Fluss Kosi über die Ufer. Milliarden Liter Wasser ergossen sich in die nordindischen Ebenen. Die Behörden erklärten, der Bruch in einem Deich sei mehr als einen Kilometer breit und werde jeden Tag größer. Die Reparaturarbeiten könnten erst Ende November nach dem Ende der Monsunsaison beginnen. Das Hochwasser werde wohl erst in einigen Monaten zurückgehen.

In der diesjährigen Monsunsaison sind in ganz Indien bisher 800 Menschen ums Leben gekommen. In den nächsten Tagen wird in Bihar noch mit einer Verschärfung der Situation gerechnet, da am Oberlauf des Kosi in Nepal viel Regen gefallen ist.

Caritas hilft

Besonders kritisch sei die Lage entlang des Flusses Kosi, so die österreichische Caritas. Die Hilfsorganisation versorgt, auch mit Unterstützung aus Österreich, 45.000 Familien mit Nahrungsmittel, Kochutensilien, Kleidung und Decken. Für vertriebene Familien stellt sie außerdem Notunterkünfte zur Verfügung.

Experten der deutschen und der amerikanischen Caritas unterstützen die Hilfsteams der Organisation in Indien. In den vom Hochwasser am schlimmsten betroffenen Gemeinden werden temporäre Gesundheitszentren errichtet. Während der nächsten drei bis vier Monate verteilt die Caritas Nahrungsmittel in den von der Regierung errichteten Nothilfecamps.

Überschwemmungen in Bangladesch

Bis Samstag wurden rund 330.000 Menschen in Sicherheit gebracht, wie ein Sprecher der Katastrophenschutzbehörde in Bihar, Prataya Amrit, erklärte. Die meisten kamen in von der Regierung eingerichteten Notunterkünften unter. Das gesamte Ausmaß der Katastrophe war noch nicht absehbar. "Wir können das Ausmaß erst ermitteln, nachdem das Wasser zurückgegangen ist", sagte Amrit. "Aber es ist gewaltig."

 

Auch im Norden von Bangladesch traten mehrere Flüsse über die Ufer. Mindestens 20.000 Menschen waren vom Rest des Landes abgeschnitten, wie Medien am Sonntag berichteten. Rund 10.000 Hektar Ackerland standen unter Wasser. Das offizielle Flutwarnzentrum bezeichnete die Situation als alarmierend, weil die Pegel der drei größten Flüsse Jamuna, Padma und Meghna gleichzeitig anstiegen. (APA)

Die Caritas bittet um Spenden für die Flutopfer in Indien:
PSK 7.700 004, BLZ 60.000, Kennwort: Augustsammlung/Indien

Online-Spenden:
www.caritas.at

 

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