Ein Goldfass nur für Sonntagskinder

    29. August 2008, 17:00
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    Die Burg Schauenstein und die Schlüsselstelle zum wahren Schatz, dem Aussichtsturm, der eine herrliche Sicht auf den Fluss bietet

    Die hoch über dem Kamp gelegene einstige Burg Schauenstein steht auf einem der schönsten Plätze des Waldviertels. Von dem zu einer Aussichtswarte umgebauten Burgfried hat man eine herrliche Sicht auf den Fluss und dessen "„naturbelassene" Umgebung. Die Mühe, die man aufwenden muss, um über 158 Stufen zur Plattform aufzusteigen, wird durch den herrlichen Rundblick reichlich belohnt.

    Die Burg, im 11. Jahrhhundert von den Babenbergern gegründet, scheint 1175 als „Sowensteine" auf und fungierte als Bollwerk gegen die Böhmen, sie wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört und nicht wieder aufgebaut.

    In ihren Mauern soll ein Fass voll Gold und Diamanten verborgen sein, das jedoch nur von einem Sonntagskind gefunden werden kann, welches in einer Wiege aus Kirschenholz gelegen ist. Und der Kirschbaum muss zudem in der Burg gestanden sein.

    Im Jahre 1980 begann der Verein „Rettet Schauenstein" mit der Sanierung des Bauwerks, das allgemein zugänglich ist. Nur für den Aussichtsturm braucht man einen Schlüssel, den man gegen geringes Entgelt in Krug - Haus Nummer 15 (Tel. 02988/6369) oder im Gemeindeamt - erhält. Bei der Rückkehr wirft man den Schlüssel ganz einfach in den Postkasten.

    Ein Fluss auf krummer Tour

    Der noch nicht sehr lange bestehende Schauenstein-Rundwanderweg ermöglicht eine höchst interessante Tour, bei der man nicht nur die Ruine passiert, sondern auch ein längeres Stück den Kamp entlang wandert, der sich in langen Schlingen tief in das Urgestein eingegraben hat. Der Name Kamp leitet sich bekanntlich vom keltischen „cambos" ab, das krumm oder gekrümmt bedeutet.

    Die tadellos mit gelben Wegweisern beschilderte und teilweise auch markierte Runde bereitet keine Schwierigkeiten. Als einzige Herausforderung könnte man anführen: Die Steigungen liegen erst im zweiten Teil des Weges, was aber bei den geringen Höhenunterschieden dann nur eine geringe Rolle spielt. Zudem liegen zwei Gasthäuser an der Strecke, was eine gemütliche Rast garantiert.

    Die Route: Von Krug - an der Bundesstraße 38 zwischen Altenberg und Neupölla gelegen - folgt man den gelben Wegweisern zur Ruine Schauenstein, die man in einer guten Viertelstunde erreicht. Nicht vergessen, in Krug den Schlüssel zur Warte zu holen! Dann geht es ein kurzes Stück zurück und weiter im Abstieg zum Ufer des Kamp und zum Kamptal-Stausee-Weitwanderweg. Am linken Ufer geht es flussaufwärts nach Wegscheid. Die Gehzeit ab Schauenstein beträgt rund 1¾ Stunden.

    Gleich nach dem Kraftwerk hält man sich rechts und steigt schräg über einen Hang bis zur Hochfläche auf. Über freies Terrain erreicht man Altpölla. Ab Wegscheid eine Dreiviertelstunde.

    Nun muss man einen kurzen Abschnitt der Straße Richtung Ramsau benützen, dann wendet sich der Weg aber sehr bald nach rechts in die Felder. Man passiert ein Waldstück, quert den Ramsaubach und steigt gemütlich zum Ausgangspunkt Krug an. Gehzeit ab Altpölla eine Stunde. (Bernd Orfer/DER STANDARD/Printausgabe/30./31.8.2008)

     

    Gesamtgehzeit 3¾ Stunden, Höhendifferenz rund 250 m. Gasthäuser in Wegscheid und Altpölla. Karte: „Wandern im Herzen des Waldviertels“, Maßstab 1:40.000; ÖK25V Blatt 4311-West (Groß-Siegharts), Maßstab 1:25.000, die Route ist nicht vollständig eingezeichnet.

    • Der noch nicht sehr lange bestehende Schauenstein-Rundwanderweg ermöglicht eine höchst interessante Tour.
      foto: österreich werbung / popp g.

      Der noch nicht sehr lange bestehende Schauenstein-Rundwanderweg ermöglicht eine höchst interessante Tour.

    • Karte: "Wandern im Herzen des Waldviertels"
      karte: ök25v blatt

      Karte: "Wandern im Herzen des Waldviertels"

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