Atrium European Real Estate/MEL mit Verlust

29. August 2008, 14:36
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Starke Immobilien-Abwertungen führten zu einem operativen Verlust bei Atirum European Real Estate - vormals Meinl European Land. Je Zertifikat sank der Gewinn von 0,42 auf 0,03 Euro

Wien - Die in Wien börsenotierte und auf Jersey ansässige Immobiliengesellschaft Atrium European Real Estate Ltd., früher Meinl European Land, hat im ersten Halbjahr 2008 ein negatives operatives Nettoergebnis von 2,816 Mio. Euro erzielt. In der Vorjahresperiode war noch ein Gewinn von 105,34 Mio. Euro erwirtschaftet worden. Das negative Nettoergebnis basiere "auf einem Rückgang bei der Portfoliobewertung der Gesellschaft", der sich entsprechend den IFRS-Richtlinien auf die Gewinn- und Verlustrechnung niederschlage, heißt es in einer Ad-hoc-Mitteilung des Unternehmens Freitag früh.

Der Gewinn je Aktie/Zertifikat sank stark auf 0,0331 Euro. In der Vergleichsperiode 2007 hatte der Gewinn je Aktie/Zertifikat noch 0,4028 Euro betragen. Das Bilanzergebnis sei stabil mit fast 1,2 Mrd. Euro liquiden Mitteln, die größtenteils in liquiden Wertpapieren mit einer durchschnittlichen Verzinsung von 2,9 - 4,0 Prozent p.a. veranlagt seien. Durch die gerade erfolgte Finanzeinlage seitens der Investoren CPI/Gazit Holdings Limited ("CPI/Gazit") seien die liquiden Mittel auf mehr als 1,4 Mrd. Euro gestiegen.

Umbau geht weiter

Der Umbau bei der Atrium European Real Estate geht indes weiter. Die Immobiliengesellschaft mit Fokus auf Zentral- und Osteuropa wird künftig von den Niederlanden aus geführt: Das Headquarters der Immobiliengesellschaft werde in Amsterdam angesiedelt, kündigte die neue CEO von Atrium, Rachel Levine, am Freitag anlässlich der Präsentation der Halbjahreszahlen an. "Das Team ist schon dort".

Der Sitz der Gesellschaft bleibe aber auf der Kanalinsel Jersey. Die Zertifikate der Atrium, früher MEL, sind an der Wiener Börse notiert. Ein Zweitlisting - neben Wien - an einer großen europäischen Börse werde derzeit "sehr sorgfältig" geprüft, zur Auswahl stünden Amsterdam, Frankfurt oder London.

Levine sieht die Atrium trotz drastischen Gewinneinbruchs im Halbjahr gut aufgestellt, obwohl die Zeiten für Immobiliengesellschaften derzeit nicht die besten seien: "Unser Portfolio ist sehr gut", und finanziell stehe die Atrium sehr stark da. 500 Mio. Euro haben die neuen Eigentümer als Kapitalspritze eingebracht. "Mit unserer Bilanz können wir nicht nur überleben, sondern wir können substanziell wachsen", erläutert sie die weitere Strategie.

Zwei Länder stehen besonders im Fokus der Wachstumsstrategie von Atrium: Die Ukraine, wo Wachstum nur über die Entwicklung von Immobilien erfolgen könne, und Polen, wo der Kauf von bereits entwickeltem Immobilien-Portfolio im Vordergrund stehe.

Auf die Probleme der Immobiliengesellschaft rund um umstrittene Zertifikate-Rückkäufe und Management-Verträge will Levine nicht näher eingehen: Die Vergangenheit der Gesellschaft sei vorbei, die Verbindungen zu Meinl seien gekappt, betont Levine. "Wir peilen eine neue Zukunft an, alle Vereinbarungen mit Meinl sind gelöst". Die Atrium European Real Estate setze in Zukunft auf "volle Transparenz". Derzeit werde gerade ein neues Management angeheuert.(APA)

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