Präsident bat bei Vorstellung eines Berichts der Wahrheitskommission zur Aufklärung von Regimeverbreche die Opfer und Hinterbliebenen um Vergebung
Asuncion - Der paraguayische Präsident Fernando Lugo hat sich als
Staatsoberhaupt bei den Opfern der Gewaltherrschaft von Alfredo
Stroessner entschuldigt. Bei der Vorstellung eines Berichts der
Wahrheitskommission zur Aufklärung von Regimeverbrechen bat Lugo Opfer
und Hinterbliebene am Donnerstag um Vergebung. Die Zeit von 1954 bis
1989 sei "die schlimmste Diktatur" gewesen, "die es nie wieder in
Paraguay geben darf".
Militärputsch 1989
Die Kommission legte Dokumente mit den
Nahmen von rund 300 Politikern, Studenten und Gewerkschaftsführern vor,
die nach ihrer Verhaftung gefoltert wurden und deren Schicksal nie
eindeutig geklärt wurde. Stroessner wurde im Februar 1989 in einem
Militärputsch gestürzt und starb 2006 im brasilianischen Exil im Alter
von 93 Jahren.
Der linksgerichtete Politiker und ehemalige
Bischof Lugo regiert seit dem 15. August. Sein Wahlsieg beendete 61
Jahre ununterbrochener Herrschaft der Colorado-Partei, die das Regime
Stroessner unterstützt hat. (APA/AP)