Lugo entschuldigt sich bei Opfern des Stroessner-Regimes

29. August 2008, 07:46
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Präsident bat bei Vorstellung eines Berichts der Wahrheitskommission zur Aufklärung von Regimeverbreche die Opfer und Hinterbliebenen um Vergebung

Asuncion - Der paraguayische Präsident Fernando Lugo hat sich als Staatsoberhaupt bei den Opfern der Gewaltherrschaft von Alfredo Stroessner entschuldigt. Bei der Vorstellung eines Berichts der Wahrheitskommission zur Aufklärung von Regimeverbrechen bat Lugo Opfer und Hinterbliebene am Donnerstag um Vergebung. Die Zeit von 1954 bis 1989 sei "die schlimmste Diktatur" gewesen, "die es nie wieder in Paraguay geben darf".

Militärputsch 1989

Die Kommission legte Dokumente mit den Nahmen von rund 300 Politikern, Studenten und Gewerkschaftsführern vor, die nach ihrer Verhaftung gefoltert wurden und deren Schicksal nie eindeutig geklärt wurde. Stroessner wurde im Februar 1989 in einem Militärputsch gestürzt und starb 2006 im brasilianischen Exil im Alter von 93 Jahren.

Der linksgerichtete Politiker und ehemalige Bischof Lugo regiert seit dem 15. August. Sein Wahlsieg beendete 61 Jahre ununterbrochener Herrschaft der Colorado-Partei, die das Regime Stroessner unterstützt hat. (APA/AP)

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