Polytec übernimmt deutsche Peguform

29. August 2008, 18:32
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Oberösterreichisches Unternehmen verdreifacht durch den Zukauf seinen Umsatz und steigt unter die Top 100 der Autozulieferer auf

Wien - Der börsennotierte oberösterreichische Autozulieferer Polytec übernimmt den fast doppelt so großen deutschen Kunststoffteile-Spezialisten Peguform und rückt damit nach eigenen Angaben unter die 60 größten Autozulieferer der Welt auf.

Die in Bötzingen bei Freiburg ansässige Peguform war 2004 vom US-Finanzinvestor (und derzeitigen Bawag-Eigentümer) Cerberus aus einer Insolvenz gekauft worden und soll inzwischen wieder ein positives Nettoergebnis ausweisen. Angaben zum Kaufpreis oder zur konkreten Ergebnissituation werden in Absprache mit dem Verkäufer erst nach dem im Oktober erwarteten Closing gemacht, hieß es bei Polytec.

Barreserven

Analysten schätzen den Kaufpreis mit etwas über 200 bis 250 Mio. Euro. Die Finanzierung sollte für Polytec kein Problem darstellen, so UniCredit-Analyst Harald Weghofer. Das Unternehmen hat sich im Juni einen syndizierten Kredit in Höhe von 112,5 Mio. Euro gesichert und inklusive Barreserven rund 200 Mio. Euro zur Verfügung. Ein möglicher Rest könne kurzfristig finanziert werden, so Weghofer. Eine Kapitalerhöhung sei nicht nötig und geplant, hieß es auch aus dem Unternehmen.

Peguform produziert an 18 Standorten in Europa, Brasilien und Mexiko sowie in drei Joint Ventures in Spanien, Portugal und China Stoßfängersysteme und Frontendmodule, Cockpits und Türverkleidungen. Zu den Hauptkunden zählen Seat mit 22 Prozent, Audi und VW mit je mit 20 Prozent und BMW mit zehn Prozent.

Damit bringe sie Polytec sowohl eine Erweiterung des Produkt- als auch des Kundenportfeuilles, hieß es bei UniCredit und Sal. Oppenheim. Die oft kritisierte Abhängigkeit von BMW nehme deutlich ab. (Gabriele Kolar, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 30./31.8.2008)

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