Obama attackiert McCain in Kriegsfragen

29. August 2008, 18:58
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25 Generäle marschieren als Zeugen für demokratische Sicherheitspolitik auf

Kein Tag der Convention ist vergangen, ohne dass irgendein Militär, ein Angehöriger eines Soldaten oder ein Veteran in Denver auftrat. Bei der Abschlusskundgebung in Denver marschierten dann gleich 25 Generäle und Admiräle gemeinsam auf, um Barack Obamas Politik und das Urteilsvermögen des demokratischen Kandidaten zu preisen. Er werde die GIs nicht in einen falschen, unbegründeten Krieg schicken, war der Tenor der Statements.

Damit versuchte Obamas Lager nicht nur zu vermeiden, dass der Demokrat in der Öffentlichkeit als sicherheitspolitisches Weichei wahrgenommen wird - die Behauptung, sie seien zu weich in Sicherheitsfragen, hat bereits einige Demokraten die Wahl gekostet. Obamas Kampagne griff John McCain damit auch dort an, wo der republikanische Kandidat, Bomberpilot und Vietnamveteran die größte Glaubwürdigkeit besitzt.

Unter großem Applaus erzählten Irakveteranen, die ihr Leben lang republikanisch gewählt hatten, von ihrem Dienst für die USA, von Opfern, die sie bringen mussten und die sie wieder zu bringen bereit wären - aber nur für einen Oberkommandierenden der US-Streitkräfte, der sie nicht wieder belüge. "Semper fi", immer treu, zitierte die blutjunge Ehefrau eines Marines das Motto der US-Marineinfanterie. Barack Obama kümmere sich um die "military families", die so unter der dauernden Überbeanspruchung der Streitkräfte zu leiden hätten.

Ein Drei-Sterne-General und früherer Planungschef des US-Militärs in Europa lobte Obamas Auffassungsgabe in sicherheitspolitischen Dingen. Er habe den Kandidaten 2005 das erste Mal gebrieft und sei über dessen präzise Fragen erstaunt gewesen.

Obama selber attackierte McCains Haltung zum Irakkrieg ("Wir können noch hundert Jahre dortbleiben"). Er habe diesen Feldzug im Gegensatz zu seinem politischen Gegner stets abgelehnt, stattdessen sollten die US-Streitkräfte "jene Terroristen verfolgen, die uns am 11. September angegriffen haben". Während der Irak heute 79 Milliarden Dollar Budgetüberschuss schreibe, häuften die USA horrende Defizite wegen dieses Krieges an.

Er, Obama, werde als Präsident sicherstellen, dass die Soldaten in Zukunft eine adäquate Ausrüstung hätten. Und er werde auch dafür sorgen, dass die Veteranen nicht um jede Leistung betteln müssten. Denn alle hätten unter "derselben stolzen Flagge" gedient. Das Publikum dankte Obama beinahe frenetisch mit "USA"-Rufen. (Christoph Prantner aus Denver/DER STANDARD, Printausgabe, 30.8.2008)

 

  • Konfettiregen in Denver auf Obama und seinen Vizekandidaten Biden.
    Foto: REUTERS/Brian Snyder

    Konfettiregen in Denver auf Obama und seinen Vizekandidaten Biden.

  • Sie sollen den Wahlsieg bringen: Barack und Michelle Obama sowie Joe und Jill Biden
    Foto: REUTERS/Brian Snyder

    Sie sollen den Wahlsieg bringen: Barack und Michelle Obama sowie Joe und Jill Biden

  • Familie Obama nach der Ansprache des Präsidentschaftskandidaten.
    Foto: REUTERS/Brian Snyder

    Familie Obama nach der Ansprache des Präsidentschaftskandidaten.

  •  Rund 80.000 Fans fanden sich im Football-Stadion von Denver ein.
    Foto: REUTERS/Larry Downing

    Rund 80.000 Fans fanden sich im Football-Stadion von Denver ein.

  • Der Kandidat bei seiner kämpferischen Rede.
    Foto: REUTERS/Brian Snyder

    Der Kandidat bei seiner kämpferischen Rede.

  • Angespanntes und begeistertes Zuhören.
    Foto: REUTERS/Brian Snyder

    Angespanntes und begeistertes Zuhören.

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