Fossiler Urwald in Arktis entdeckt

28. August 2008, 21:01
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Die 55 Millionen Jahre alten Baumreste ragen teilweise noch bis zu 1,5 Meter in die Höhe - Jahresringe gut erkennbar

Hannover - Reste eines 55 Millionen Jahre alten fossilen Waldes haben deutsche ForscherInnen in der kanadischen Arktis entdeckt. Einige der versteinerten Bäume des tertiären Urwaldes stehen heute noch genauso da wie zu Lebzeiten, als sie einen dichten Urwald bildeten, teilte die deutsche Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) am Donnerstag in Hannover mit.

Die Baumreste ragen teilweise noch bis zu 1,5 Meter in die Höhe und andere, bis zu zehn Meter lange fossile Baumstämme liegen flach auf dem Boden, gab die BGR bekannt. "Das fossile Holz ist so gut erhalten, dass die Jahresringe noch zu erkennen sind", so die Forscherin Martina Dolezych aus Dresden. Ihren Fund machten die ForscherInnen auf Ellesmere Island, einem der nördlichsten Landgebiete der Erde.

Klimahinweise

Die Wälder bedeckten vor 55 Millionen Jahren Teile der Arktis, als Nordamerika und Nordgrönland noch mit Europa verbunden waren. Obwohl die Gebiete damals fast so weit nördlich lagen wie heute, spräche die Existenz ausgedehnter Wälder für ein weltweit viel wärmeres Klima, erklärte ein Sprecher der Bundesanstalt.

Die Polargebiete seien zu dieser Zeit eisfrei gewesen, und im Süden Deutschlands habe ein subtropisches Klima geherrscht. An der Expedition waren u.a. ForscherInnen des Staatlichen Museums für Geologie und Mineralogie in Dresden beteiligt. (APA/dpa/red)

  • Ein versteinerter, 55 Millionen Jahre alter Baumstamm
    foto: bgr/m. dolezych

    Ein versteinerter, 55 Millionen Jahre alter Baumstamm

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