EU legt Einspruch gegen Senkung der Bananenzölle ein

28. August 2008, 19:46
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Der jahrelange Rechtsstreit mit den USA wegen der EU-Importhilfen für Bananen aus den Ländern Afrikas, der Karibik und dem pazifischen Raum (AKP) geht weiter

Brüssel - Der jahrelange Rechtsstreit mit den USA wegen der EU-Importhilfen für Bananen aus den Ländern Afrikas, der Karibik und dem pazifischen Raum (AKP) geht weiter. Die EU-Kommission legte am Donnerstag bei der Welthandelsorganisation (WTO) Einspruch gegen die Senkung von Zöllen auf Bananen aus Lateinamerika ein, die vor allem für US-Fruchthandelsfirmen angebaut werden. Ein Schiedsgericht der WTO hatte die Zollsenkungen vorgeschlagen, in den anschließenden Verhandlungen mit den USA und Ecuador gab es aber keine Einigung. Daraufhin beantragten die beiden Länder, die EU zur Zollsenkung zu verpflichten.

Die Behörde fechte die Vorschläge des Schiedsgerichts an, weil dieses nicht berücksichtigt habe, dass die EU-Einfuhren aus Lateinamerika bereits deutlich gestiegen seien, hieß es von der Kommission. Zudem sei das Schiedsgericht fälschlicherweise davon ausgegangen, dass die Einfuhrerleichterungen, wie sie die EU im Rahmen der Entwicklungshilfe den ehemaligen Kolonien einräumt, grundsätzlich internationales Handelsrecht verletzen würden. Große US-Exportfirmen in Lateinamerika wie Chiquita, Del Monte und Dole mussten den bis 2007 geltenden Zoll von 176 Euro je Tonne Bananen zahlen, während die AKP-Staaten große Mengen zollfrei in die EU exportieren konnten. Inzwischen gelten für AKP-Bananen neue Einfuhrvorschriften. (APA)

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