Teuerungsgipfel: Kirtag feiern

28. August 2008, 19:36
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Herausgekommen ist wenig überraschend nichts

Wenn die Katze aus dem Haus ist, feiern die Mäuse Kirtag: Alfred Gusenbauer, noch amtierender Bundeskanzler, weilte am Donnerstag in Alpbach, da okkupierten der Infrastrukturminister und der Finanzminister das verwaiste Bundeskanzleramt, um dort ihren Streit um die Maßnahmen gegen die Teuerung auszutragen. Sowohl Faymann als auch Molterer betrachteten jenen Ort, in den beide demnächst in neuer Funktion zu übersiedeln gedenken, als neutralen Boden. Auf einen anderen Ort - Infrastruktur- oder Finanzministerium - konnten sich die beiden Politiker, die sich sonst so staatstragend geben, nicht einigen. Nicht einmal darauf, was das Treffen nun darstellen soll: einen Gipfel oder doch nur ein Gespräch.

Da Wahlkampf ist, wird Symbolen besonders hohe Bedeutung zugemessen. Dazu gehört eben auch der Ort, an dem gegipfelt oder geredet wird. Entgegenkommen gibt es keines, es wird doch nicht der eine beim anderen vorstellig werden!

Herausgekommen ist dann wenig überraschend nichts. Aber dieses Nichts wurde von SPÖ-Chef Faymann gebührend gefeiert, der damit zeigen wollte, wie konstruktiv seine Herangehensweise doch ist. Und der Nachrichtenagentur war das Nichts eine "Eilt!"-Meldung wert. Offensichtlich gilt es schon als Sensation, wenn die beiden Parteispitzen im direkten Aufeinandertreffen nicht handgreiflich werden.

Geeinigt hat man sich am Donnerstag in jenen Punkten, in denen man sich immer schon einig war. Was selbstverständlich noch nicht heißt, dass man da auch gemeinsam etwas beschließen wird. Das nennt sich Wahlkampf und dauert noch genau 30 Tage. (Michael Völker/DER STANDARD, Printausgabe, 29.8.2008)

 

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