Teil 6: Regierungsorgan "Wiener Zeitung"

28. August 2008, 18:06
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Medienpolitiker äußern keine Änderungswünsche an die "Wiener Zeitung" - Die Fans reichen von Grün bis Blau - Teil 6 der Serie

Wien - Soll die "Wiener Zeitung" als Organ der Republik wie bisher erscheinen, ausgebaut, eingeschränkt oder eingestellt werden?, wollte der STANDARD in seinem Fragebogen von Medienpolitikern der Parlamentsparteien wissen. Und: Was halten Sie von einer reinen Onlinevariante?

Josef Cap (SPÖ): Die Wiener Zeitung fällt in den Zuständigkeitsbereich des Herrn Bundeskanzlers. Ganz allgemein steht die Rolle der Wiener Zeitung für mich nicht zur Debatte.

Franz Morak (ÖVP): Die Wiener Zeitung ist als "öffentlich-rechtliches" Medium durchaus eine Bereicherung der Medienlandschaft und im Sinne der Medienvielfalt ein wirklicher Gewinn. Für den Fall jedoch, dass es im Bereich der Pflichtveröffentlichungen zu Veränderungen kommt, wird man sich auch die Form und Eigentümerfrage im Sinne eines Erhalts der Wiener Zeitung überlegen müssen. Wenn Eigentümerwechsel, dann bin ich jedoch für eine wirkliche Privatisierung, die den Namen auch verdient, nicht wieder die Übernahme durch eine SPÖ-Parteiorganisation.

Die Art und Weise wie die SPÖ Banken und Medien in diesem Land geführt hat, dürfen wir als bekannt voraussetzen.
Nur Online? Ich bin nicht dafür zu haben, der Einstellung einer der ältesten Zeitungen der Welt das Wort zu reden.

Stefan Schennach (Grüne): Die Wiener Zeitung ist eine hervorragende Zeitung. Wir sind dagegen, dass auch nur eine einzige unserer Tageszeitungen sich vom Markt verabschiedet. Für die Wiener Zeitung sollte alles unternommen werden, um ihr auch eine Breitenwirkung im Rahmen des Qualitätsjournalismus zu ermöglichen. Daher: Ja, sie soll auch weiterhin erscheinen, nicht nur online, und verstärkt auf Marketing setzen.

Harald Vilimsky (FPÖ): Die Wiener Zeitung hat sich in den vergangenen Jahren zu einer interessanten Tageszeitung entwickelt. Als Politiker bin ich daran interessiert, dass der Pluralismus am Zeitungssektor erhalten bzw. ausgebaut werden soll. Daher muss die Wiener Zeitung in der derzeitigen Form unbedingt erhalten bleiben.

Peter Westenthaler (BZÖ): Die Wiener Zeitung steht in ihrer Tradition für die Pluralität der österreichischen Medienlandschaft und sollte in ihrer bisherigen Form erhalten bleiben. Jedoch sollte die Wiener Zeitung dem Einfluss des jeweiligen Bundeskanzlers entzogen werden, um jeden Verdacht einer Parteilichkeit zu vermeiden. (fid/DER STANDARD; Printausgabe, 29.8.2008)

  • Wenn es nach den Mediensprechern der im Parlament vertretenen Parteien geht, dann soll die "Wiener Zeitung" in dieser Form erhalten bleiben.
    foto: standard/newald

    Wenn es nach den Mediensprechern der im Parlament vertretenen Parteien geht, dann soll die "Wiener Zeitung" in dieser Form erhalten bleiben.

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