Irakischen Opposition besorgt über US-Nachkriegsordungspläne

23. Februar 2003, 10:32
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"Es wird Widerstand geben"

Erbil - Bei einem Treffen irakischer Oppositionspolitiker im von Kurden bewohnten Norden des Irak ist tiefe Skepsis über die amerikanischen Pläne für eine eventuelle Nachkriegsordnung laut geworden. Vor allem ein Vorschlag, die Regierung von Präsident Saddam Hussein mit einer US-geführten Militärregierung zu ersetzen, sorgte bei den Delegierten für Kritik, die sich am Samstag in Erbil versammelten. Die Beratungen sollen in der kommenden Woche beginnen.

An dem Treffen nimmt ein weites Spektrum von den radikalsten Kommunisten bis zu entschieden proamerikanischen Gruppen teil. Ein schiitischer Delegierter, Mowaffak el Rubaje, sagte: "Wir glauben nicht, dass eine amerikanische Besetzung funktionieren wird. Das Volk wird George Bush als einen Besatzer empfinden. Das Volk wird auf die Straße gehen, es wird Rebellion geben."

Eine kurdische Politikerin, Nasrin Sideek Barwari, sagte: "Für mich ist es ein Albtraum, aufzuwachen und türkische Panzer zu sehen." Sie könne nicht in ihren Heimatort im äußersten Norden Iraks gehen, weil dort bereits türkische Truppen seien. "Wenn sie hierher kommen, wird es Demonstrationen geben. Es wird Widerstand geben." Auch Vertreter der türkischen und christlichen Minderheiten im Irak wandten sich gegen eine US-Militärregierung, wie sie in Washington in Kongress-Anhörungen diskutiert worden ist. (APA/AP)

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