Kuba und Vietnam verurteilen US-Kriegspläne

22. Februar 2003, 17:14
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Castro zu Staatsbesuch in Hanoi

Hanoi - Kuba und Vietnam haben die amerikanischen Kriegspläne zur Entwaffnung des Irak verurteilt. Dies teilte das Außenministerium in Hanoi am Samstag (heute) nach Gesprächen des kubanischen Staats- und Parteichefs Fidel Castro mit dem vietnamesischen Parteichef Nong Duc Manh, Staatspräsident Tran Duc Luong und Ministerpräsident Phan Van Khai mit. Castro war am Freitag zu einem Staatsbesuch in Hanoi eingetroffen, von wo er sich zur Teilnahme an der Gipfelkonferenz der Bewegung der Blockfreien (NAM) in die malaysische Hauptstadt Kuala Lumpur begeben wird.

Ein Sprecher des vietnamesischen Außenministeriums kündigte die Veröffentlichung einer gemeinsamen Erklärung zur Irak-Krise an. Zuletzt hatte Castro Vietnam vor acht Jahren besucht. Er wird auch mit dem Unabhängigkeitshelden General Vo Nguyen Giap zusammentreffen und am Sonntag das Mausoleum des Revolutionsführers und Staatsgründers Ho Chi Minh besuchen.

Während Vietnam seinem Vorgänger Bill Clinton Ende 2000 einen begeisterten Empfang bereitete, warf es US-Präsident George W. Bush wiederholt eine "brutale Einmischungspolitik" in Asien vor. Im Vietnamkrieg hatte die US-Armee mehr als 13 Millionen Tonnen Munition eingesetzt - dies entspricht der Sprengkraft von 450 Hiroshima-Bomben und der doppelten Menge der auf sämtlichen Kampfschauplätzen des Zweiten Weltkriegs verwendeten Munition. Vietnam "bekam" quantitativ das Dreifache aller zwischen 1939 und 1945 über Europa abgeworfenen Bomben. Vietnam verlor mehr als drei Millionen Menschen, darunter zwei Millionen Zivilisten; an den Langzeitwirkungen der von den US-Truppen zum Einsatz gebrachten giftigen Entlaubungsmittel wird das südostasiatische Land noch Jahrzehnte leiden. Mit dem "Ökozid" - den Ausdruck prägten US-Wissenschaftler - wurde der Kriegsgeschichte ein neues Element zugefügt, die systematische Zerstörung des Lebensumwelt eines Volkes.

Treffen Castros mit General Giap

Kubas 76-jähriger Staatschef Fidel Castro besuchte am Samstag in Hanoi den 14 Jahre älteren General Vo Nguyen Giap, den legendären Sieger über die Franzosen in der Schlacht von Dien Bien Phu 1954. "Meine Frau und meine Familienmitglieder heißen Dich in Vietnam herzlich willkommen", sagte Giap, während er mit Castro im Blitzlichtgewitter der Fotografen den Bruderkuss austauschte. Zahlreiche Nachkommen des Generals drängten sich vor der heruntergekommenen Villa - so viele Menschen seien nicht einmal in der Armee gewesen, als Giap Revolutionär wurde, scherzte der kubanische Revolutionsführer.

Am 7. Mai 1954 kapitulierte die französische Armee nach 55-tägiger Schlacht um den zur Festung ausgebauten Talkessel von Dien Bien Phu vor dem Ansturm der kommunistischen Unabhängigkeitsbewegung Viet Minh unter Führung von General Vo Nguyen Giap. Für Frankreich war es die entscheidende Niederlage und das Ende ihrer Herrschaft in Indochina. (APA)

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    Castro mit Giap

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