Niederösterreich: Weniger Kinder, aber keine Schulschließungen

28. August 2008, 16:27
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Trotz 2.000 SchülerInnen weniger gibt es laut Bildungslandesrätin 45 Klassen mehr - 40 bis 45 Standorte sollen sich an eigenem Modell für 2009/10: Nach Volksschule eine zweijährige "Orientierungsstufe"

St. Pölten - Weniger Kinder, aber keine Schließungen von Bildungseinrichtungen im Pflichtschulbereich: Unter diesen Voraussetzungen startet in Niederösterreich das Schuljahr 2008/09 am Montag. Wurden 2007/08 noch 119.964 Pflichtschüler im Bundesland registriert, seien es für das kommende Schuljahr 117.787. Die Anzahl der Pflichtschulen blieb mit 1.020 im Vergleich zum Vorjahr unverändert, so Bildungslandesrätin Petra Bohuslav und Hermann Helm, NÖ Landesschulratspräsident, bei einer Pressekonferenz in St. Pölten am Donnerstag.

Effekt durch Klassenschülerhöchstzahl

Dass es zu keinen Schließungen von Schulen gekommen sei, führte Helm auf die Senkung der Klassenschülerhöchstzahlen auf 25 in Niederösterreich zurück. Es gebe zudem 45 Klassen mehr, laut Helm seien durch die Maßnahme auch zusätzliche 500 Dienstposten entstanden.

Für das Schuljahr 2008/09 wurden laut Bohuslav mehrere Schwerpunkte gesetzt. Zum einen bei der Tagesbetreuung, die im Pflichtschulbereich 216 Bildungseinrichtungen anbieten, um 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch werde Sprachförderung für Kinder mit nicht deutscher Muttersprache, die in eigenen Gruppen abgehalten wird, erstmals auch in Hauptschulen stattfinden, bisher sei dies nur in Volksschulen der Fall gewesen. Bohuslav sah in dieser Maßnahme einen wichtigen Beitrag für die persönliche Entwicklung der Kinder.

Niederösterreichische Mittelschule

Im Schuljahr 2009/10 soll im Pflichtschulbereich in Niederösterreich das eigene "4-2-2"-Modell starten. Dieses sehe nach der Volksschule eine zweijährige "Grundstufe 2" oder "Orientierungsstufe" vor. Weitere zwei Jahre bis zur achten Schulstufe seien als berufsorientierte oder allgemeine Mittelschule angedacht. Hierzu gebe es derzeit 40 bis 45 Standorte, die sich an diesem Modell beteiligen wollen. Nun werden Abstimmungen an den einzelnen Schulen durchgeführt werden, bis 30. September soll die endgültige Anzahl feststehen. Entsprechende Fortbildungen für Lehrer für das neue Schulmodell sollen im Oktober starten, erläuterte Bohuslav. (APA)

 

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