Telekomfirma Teles steigt bei Freenet aus

28. August 2008, 15:45
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DSL- und Mobilfunkanbieter verliert befreundeten Anteilseigner

Nach der abgewehrten Aktionärsrevolte gegen das Freenet-Management verliert der DSL- und Mobilfunkanbieter einen befreundeten Anteilseigner. Der Berliner Telekom-Dienstleister Teles verkaufte seine knapp 2,8 Prozent "zu einem marktgerechten Preis", wie Finanzchef Olaf Schulz der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag sagte. An wen die Papiere zu welchem Preis gingen, sagte er nicht. Zum aktuellen Börsenkurs wäre der Anteil 34 Millionen Euro wert. Der Teles-Anteil war durch die Kapitalerhöhung bei Freenet im Zuge der Übernahme des Konkurrenten Debitel bereits verwässert worden.

1 Euro je Aktie

Mit dem Verkaufserlös will das Berliner Unternehmen zum Teil die angekündigte Dividende von einem Euro je Aktie für 2007 finanzieren. Ein weiterer Teil soll in das operative Geschäft gesteckt werden. Zukäufe seien nicht geplant. "Wir sind nicht auf dem Markt, um zuzukaufen", sagte Schulz.

Streit der Hauptaktionäre

Im Streit mit den beiden Hauptaktionären Drillisch und United Internet um den Kurs des Hamburger Telekommunikationsunternehmens hatte sich Teles hinter das Management von Freenet gestellt. Den Ausschlag auf der Hauptversammlung hatte die Unterstützung durch den Finanzinvestor Permira gegeben, der seit der Debitel-Übernahme durch Freenet ein Viertel der Anteile hält. Zudem schlug sich der britische Fonds Hermes, der noch vier Prozent hält und im Wettstreit der großen Aktionärsblöcke als Zünglein an der Waage galt, auf die Seite der Unternehmensführung um Freenet-Chef Eckhard Spoerr.

Drillisch und United Internet, die zusammen mit knapp 26 Prozent an Freenet beteiligt sind, wollten Spoerr stürzen. Dieser hatte gegen ihren Willen die Übernahme des Mobilfunkdienstleisters Debitel durchgesetzt und damit ihren Plan durchkreuzt, Freenet unter sich aufzuteilen. (Reuters)

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