Neue Werkstoffe im Test

28. August 2008, 14:44
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Forschungen in Graz: Nanokristalline Materialien könnten den kostbaren Energieverlust beim Transport reduzieren

Graz - Nanokristallines Material könnte in Zukunft helfen, die Verluste beim Transport von Energie zu minimieren. An der Karl-Franzens-Universität Graz leitet der Physiker Heinz Krenn gemeinsam mit seinem Kollegen Günther Paltauf ein Projekt, in dessen Rahmen die Eigenschaften nanokristalliner Materialien getestet werden. 

Einsparungen

"Der Wirkungsgrad leistungsfähiger Transformatoren kann heute Werte von 99,8 Prozent erreichen. Der Energieverlust ist also sehr gering. Trotzdem würden sich hier weitere Verbesserungen auszahlen", so Heinz Krenn. Schon eine Steigerung des Wirkungsgrades der Transformatoren um 0,1 Prozent könnte die jährlichen Energiekosten in Österreich um 3,4 Millionen Euro senken, präzisierte Krenn - bei einem angenommenen Verbraucherpreis von sechs Cent pro Kilowattstunde, inklusive Öko-Abgaben.

Werkstoffe im Test

"Nanokristalline Werkstoffe entstehen, wenn die kristalline Struktur eines Materials mit Hilfe spezieller Verfahren bis in den Nanobereich zerkleinert wird", erläuterte Krenn. Diese Stoffe weisen veränderte magnetische und mechanische Eigenschaften auf, die eine Reduktion von Ummagnetisierungsverlusten versprechen.

Nanokristallines Material ist bereits im Einsatz, etwa in Computerplatinen und Konsum-Elektronik, kann jedoch bisher nur in dünnen Folien hergestellt werden kann. "Diese weisen zwar verbesserte magnetische Eigenschaften auf, halten aber mechanischen Verformungen nicht stand", so Krenn. Die Grazer Forscher sind nun in enger Zusammenarbeit mit KollegInnen des Instituts für Materialphysik der TU Graz auf der Suche nach Alternativen, die beide Aspekte optimal vereinen. (APA/red)

  • Unter dem Mikroskop: Stahl vor der Verformung (links) und danach (rechts) - das Rasterelektronenmikroskop macht die einzelnen Nanokristalle sichtbar.
    foto: erich schmid institut der öaw, leoben

    Unter dem Mikroskop: Stahl vor der Verformung (links) und danach (rechts) - das Rasterelektronenmikroskop macht die einzelnen Nanokristalle sichtbar.

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