Kohl unterschreibt neuen Vertrag

28. August 2008, 13:36
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Bekanntgabe am 8. September in Wien - Tour-Dritter von zahl­reichen Topteams um­worben - "Es hat sich ausgezahlt"

Kitzbühel - Die Entscheidung über die sportliche Zukunft von Österreichs Radsport-Star Bernhard Kohl ist gefallen. Er werde noch vor Beginn der Deutschland-Tour am Freitag in Kitzbühel einen neuen Vertrag unterschreiben, bestätigte der 26-jährige Niederösterreicher. Für welchen Arbeitgeber, das will Kohl erst am 8. September in einer Pressekonferenz in Wien verraten. "Bis dahin wird man von mir nichts erfahren", versicherte der Gerolsteiner-Profi.

"Es hat sich ausgezahlt"

Kohl hatte sich durch seinen sensationellen dritten Platz und den Gewinn des Bergtrikots bei der Tour de France ins internationale Rampenlicht gefahren. Die Topteams waren Schlange gestanden beim Kletterer aus Wolkersdorf. "Es ist natürlich ein schöneres Gefühl, als wenn ich jetzt noch um einen Vertrag fahren müsste. Heutzutage ist es schwer, im Radsport einen guten Vertrag zu bekommen", erklärte Kohl. "Aber ich bin in einer sehr guten Position in die Verhandlungen gegangen. Und es hat sich ausgezahlt."

Finanziell dürfte Kohl in eine neue Dimension aufgestiegen sein, gilt er doch als einer der stärksten Rundfahrer der jungen Garde. Großes Ziel ist demnach auch in den kommenden Jahren die Tour de France. "Wenn man bei der Tour auf dem Podest gestanden ist, dann gibt es nur noch die Tour. Ich werde immer daran gemessen werden", meinte Kohl. Seine Vorbereitung werde daher auch im kommenden Jahr ganz auf Juli ausgerichtet sein.

"Ich habe heuer gesehen, wie gut es laufen kann. In den nächsten drei, vier Jahren will ich voll angreifen", erklärte der Tour-Dritte, der einen langfristigen Kontrakt unterschreiben dürfte. Ob er bei seinem neuen Team der Kapitän sei, wollte Kohl nicht kommentieren. Auch nicht, ob es sich dabei um einen Gerolsteiner-Nachfolger handelt. Teamchef Hans-Michael Holczer befindet sich immer noch auf der Suche nach einem neuen Hauptsponsor.

Ich sage niiiiichts

Kohl wäre gerne bei seinem bisherigen Rennstall geblieben. Eine plausible Option schien der kanadische Radhersteller Cervelo, der ein eigene Equipe gründen und Teile des Gerolsteiner-Personals übernehmen will. Kohl war allerdings auch mit den Topteams Quick Step, Rabobank und Silence-Lotto in Verbindung gebracht worden. "Gerne kann ganz Österreich darüber spekulieren, aber ich sage noch nichts", gab sich der neue rot-weiß-rote Rad-Star zugeknöpft.

Ganz Österreich blickt auch der Wahl zum Sportler des Jahres mit Spannung entgegen. Dort hat Kohl gute Karten, haben seine Landsleute doch eine Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Peking verpasst. "Die Chancen stehen relativ gut, ich zähle sicher zu den drei, vier Sportlern im engeren Favoritenkreis", meinte Kohl. Größte Konkurrenten sind wohl Skispringer Thomas Morgenstern und Judoka Ludwig Paischer, der in Peking Silber geholt hatte.

Zuletzt war 2005 ein Radsportler zu Österreichs Bestem gewählt worden - ebenfalls für eine heroische Leistung bei der Tour de France. Georg Totschnig hatte in Ax-3-Domaines für den ersten rot-weiß-roten Etappensieg der Nachkriegszeit gesorgt. Die Leistung von Kohl ist fast noch höher einzustufen. "Es ist ja immerhin schon 51 Jahre her (Adolf Christian 1957/Anm.), dass ein Österreicher in Paris auf dem Podest gestanden ist", sagte Kohl. "Das ist ja auch nicht so schlecht."(APA)

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    "Es hat sich ausgezahlt" für Bernhard Kohl.

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