Mülltourismus: Entsorgungsbetriebe fordern verstärkte Kontrollen

28. August 2008, 12:41
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Sperrmüllsammler bringen jährlich 45.000 Tonnen illegal ins Ausland - Bildschirme oder Kühlschränke landen oft im Straßengraben

Klingenbach - Peter Kneissl, Präsident des Verbands Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VÖEB), plädiert für verstärkte Kontrollen des illegalen Mülltourismus. Durch die sogenannten Sperrmüllbrigaden werden jährlich mindestens 45.000 Tonnen Abfall aus Österreich ins Ausland verfrachtet. Werden die kaputten Kühlschränke oder Bildschirme aber doch nicht gebraucht, landen sie häufig im Straßengraben, kritisierte Kneissl bei einer Pressekonferenz am Grenzübergang Klingenbach (Bezirk Eisenstadt Umgebung).

"Der Müll wird vor die Haustüre gestellt, dann wartet man zwei Tage und schließlich ist er weg. Die Sperrmüllsammler nehmen ihn mit und sortieren dann aus. Was nicht mehr benötigt wird, wird gleich weggeschmissen", erklärte Oswald Hackl, VÖEB-Vorstand und Regionalverantwortlicher für das Burgenland. Dies würde nicht nur der Umwelt schaden, sondern auch zulasten der Allgemeinheit gehen.

Aus Bequemlichkeit

Er ortet eine gewisse Bequemlichkeit in der Gesellschaft. Auch sei vielen Privaten nicht bewusst, dass das Überlassen von alten Geräten an Sammler etwa vor Abfallsammelstellen in der Gemeinde nicht erlaubt ist. "Die Leute sind gutgläubig und denken, dass sie ihnen noch helfen können", so Hackl. Dabei handle es sich um eine Geschäftemacherei, gab er zu bedenken.

Einzelne Fahrzeuge seien noch mit Anhänger unterwegs, viel öfter jedoch fahren die Abfallsammler laut Hackl Kastenwägen. Die Strafen seien variabel und beginnen bei 200 Euro. Abschreckend könnten diese aber nur wirken, wenn den Sammlern das sichergestellte Gut auch abgenommen würde.

Kontrolle

Während der Fußballeuropameisterschaft im Juni, als an den Grenzen wieder kontrolliert wurde, verzeichneten die heimischen Entsorgungsfirmen eine höhere Menge an gewerblichem Abfall, als zuvor und wieder danach. "Wir fordern, dass illegale Transporte entsprechend kontrolliert werden", so Kneissl.

Mülltransporte ins Ausland seien dann legal, wenn sie entsprechend notifiziert sind. Dabei wird die Art des Abfalls, die Menge und der Zielort genehmigt. Sollten "schwarze Schafe" im eigenen Verband bekanntwerden, gebe es klare Vorgangsweisen und entsprechende Maßnahmen, erklärte der Verbandspräsident. (APA)

 

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