Grüner Appell zur Erhöhung der Frauenquote in übrigen Parteien

28. August 2008, 12:56
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"Verstärkung des Grünen Frauenteams" mit neuen Gesichtern: Judith Schwentner, Daniela Musiol und Tanja Windbüchler fix dabei

Wien - Im Grünen-Klub werden nach der Nationalratswahl rund ein Drittel neuer Abgeordneter sitzen. Sechs bis sieben neue Gesichter könnten den Einzug ins Hohe Haus schaffen, schätzte die Grüne Vize-Chefin Eva Glawischnig auf einer Pressekonferenz am Donnerstag, bei der drei "fixe Mandatarinnen", Judith Schwentner, Daniela Musiol und Tanja Windbüchler ihre Schwerpunkte präsentierten.

Teamwechsel

Viele prominente Grünen-VertreterInnen, wie etwa Frauensprecherin Brigid Weinzinger, haben es diesmal nicht mehr auf die Landeslisten geschafft. Auf den teilweise überraschenden Personalwechsel angesprochen, verwies Glawischnig darauf, dass man den Grünen lange vorgeworfen habe, ihr Team zu wenig zu erneuern. Außerdem würden in ihrer Partei die Listen über ein basisdemokratisches System gewählt und "da kann es dann passieren, dass jemand abgewählt wird, der weitermachen will", meinte sie.

Politik nach wie vor ein Männergeschäft

Glawischnig appellierte bei der Präsentation der "Verstärkung des Grünen Frauenteams" an die anderen Fraktionen, die Frauenquote zu erhöhen. So habe der Frauenanteil im Parlament in der letzten Legislaturperiode nur 32 Prozent betragen, Politik sei damit nach wie vor ein Männergeschäft, bedauerte sie. Die Grünen haben derzeit eine Frauenquote von über 50 Prozent.

Schwentner mit Schwerpunkt Integration

Der Quereinsteigerin Judith Schwentner, Listenzweite in der Steiermark, ist insbesondere die Zuwanderungspolitik ein Anliegen. Sie sprach sich dafür aus, Integration "nicht zu fordern sondern zu fördern". Die Chefredakteurin der Straßenzeitung "Megaphon" wünscht sich unter anderem die Einrichtung eines Staatssekretariats für Integrationsfragen sowie ein gesetzliches Bleiberecht.

Häusliche Gewalt Thema bei Windbüchler

Tanja Windbüchler, Grün-Sprecherin Wiener Neustadts und auf Platz zwei der Niederösterreichischen Landesliste, nahm sich in ihrer Rede dem Thema Gewalt in der Familie an. Sie forderte einen österreichischen frauenpolitischen Beirat sowie einen nationalen Aktionsplan, um Gewalt gegen Frauen und Kinder zu stoppen.

Musiol gegen Einkommensschere

"Soziale Sicherheit für jeden" ist einer der Hauptziele der Klubdirektorin der Grünen im Rathaus, Daniela Musiol. Neben einem gesetzlichen Mindestlohn und einer Grundsicherung zählt auch die Beseitigung der Einkommensunterschiede zu ihren Forderungen. (APA)

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    Foto: APA/AP/Hans Punz

    Die stellvertretende Bundessprecherin der Grünen Eva Glawischnig, zweite von links, hat am Donnerstag mit Judith Schwentner, Daniela Musiol und Tanja Windbüchler-Souschill (von links nach rechts) neue Grün-Kanditatinnen für die kommende Nationalratswah präsentiert.

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