Wie bei der Euro und doch anders

28. August 2008, 12:16
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Karel Brückner vertraut gegen Frankreich und Litauen dem Stammpersonal - Roman Kienast fehlt im Aufgebot

Wien - Das Spektakuläre an Karel Brückners Kader-Bekanntgaben ist, dass sie bis zu einem gewissen Grad vor allem für die Jetti-Tant von Interesse und Relevanz sind. Denn der ÖFB-Teamchef lässt zwar nicht alles, aber schon einiges offen. "Zwölf Spieler stehen auf Abruf", sagte er am Donnerstag. Zwei bis drei, vielleicht auch vier, werde er am Sonntag nachnominieren. Sicherlich Paul Scharner, sofern er fit ist. Sicherlich Andreas Ibertsberger, sofern er fit ist. Denn verletzte Kicker könne er, Brückner, generell und konkret in den WM-Qualifikationspartien gegen Frankreich am 6. September in Wien (20.30 Uhr, ausverkauft) und gegen Litauen am 10. September in Marijambole (20.30 Uhr, nicht ausverkauft) kaum gebrauchen. "Das ist immer ein Problem."

Vorerst berief der Teamchef lediglich 19 Fußballer ein, es sind jene, denen er auch gegen Italien vertraut hat. Marc Janko zählt diesmal von Anfang an zu den Auserwählten, dem Salzburger und somit dem Land bleiben Ungewissheit und Ratlosigkeit erspart. Dafür muss Roman Kienast leiden und auf den Sonntag hoffen, einer hat bei Brückner immer den Janko.

Da es sich gleich um zwei Länderspiele handelt, sind natürlich drei Torleute von Nöten. Euro-Goalie Jürgen Macho, gegen Italien wegen einer gebrochenen Rippe nicht dabei, freut sich auf Alexander Manninger und Ramazan Öczan. Brückner: "Das sind die drei Besten, die wir haben." Ob Österreich erneut eine Tormann-Diskussion wie vor der Euro droht und auch langweilt, ließ der Teamchef offen. "Es ist noch viel zu früh für eine Entscheidung, da lege ich mich nicht fest, wir haben Zeit."

Grundsätze üben

Die Zeit beginnt am Montag in der Sportschule Lindabrunn. "Wir müssen die Grundsätze im taktischen Schema in Ordnung bekommen", sagte Brückner und wies auf die Abstimmungsfehler beim 2:2 gegen Italien hin. "Vor dem Italien-Spiel haben wir uns vor allem mit uns selbst beschäftigt, jetzt beschäftigen wir uns auch mit den Gegnern. Zuerst einmal geht es vor allem um Frankreich, aber wir haben auch Litauen im Hinterkopf."

Dass einige Legionäre an mangelnder Praxis leiden (Martin Stranzl, Martin Harnik, sogar Andreas Ivanschitz) ist Brückner bewusst, aber weshalb sollte es ihm besser als Vorgänger Josef Hickersberger ergehen. "Trotzdem sind sie die Besten, sonst wären sie keine Legionäre. Mir ist egal, wo einer spielt, von mir aus auch in China. Gut muss er sein." Andreas Ivanschitz sieht er nicht als Problemfall. "Ich höre immer nur Ivanschitz, Ivanschitz, Ivanschitz."

Brückner schaute dafür in den vergangenen Tagen daheim in Olmütz Frankreich-DVD, Frankreich-DVD, Frankreich-DVD. "Da steckt Qualität dahinter. Man muss nur die Namen aufzählen. Um eine Chance zu haben, müssen wir clever sein und viel arbeiten." Assistent Andreas Herzog drückte es so aus: "WM-Qualifikation kann nur bedeuten: Vollgas geben." Und er äußerte den Wunsch, dass die Zuschauer rotweißrot bekleidet im Happel-Stadion erscheinen. "Wie bei der Euro. Nur sollte unser Team diesmal auch gewinnen." (Christian Hackl, DER STANDARD Printausgabe 29.08.2008)

Der vorläufige 19-Mann-Kader des österreichischen Fußball-Nationalteams für die ersten beiden WM-Qualifikationsspiele am 6. September in Wien gegen Frankreich und am darauffolgenden Mittwoch auswärts gegen Litauen:

Tor: Jürgen Macho (AEK Athen/17 Länderspiele/15 Gegentore), Ramazan Özcan (Hoffenheim/1/1), Alexander Manninger (Juventus/28/35)

Abwehr: György Garics (Atalanta/15/1 Tor), Ronald Gercaliu (Salzburg/13/0), Emanuel Pogatetz (Middlesbrough/31/2), Sebastian Prödl (Werder Bremen/13/2), Martin Stranzl (Spartak Moskau/49/2)

Mittelfeld: Rene Aufhauser (Salzburg/54/11), Christian Fuchs (Bochum/19/0), Martin Harnik (Werder Bremen/12/2), Andreas Ivanschitz (Panathinaikos/43/6), Christoph Leitgeb (Salzburg/22/0), Jürgen Säumel (FC Torino/15/0), Joachim Standfest (Austria/32/2)

Angriff: Erwin Hoffer (Rapid/5/0), Marc Janko (Salzburg/4/1), Roland Linz (Braga/35/7), Stefan Maierhofer (Rapid/1/0)

Anmerkung: Teamchef Karel Brückner wird bis zum Team-Treffpunkt am Montag noch ein bis drei Spieler nachnominieren

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    Karel Brückner hat sich so seine Notizen gemacht.

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