BA-CA-Index im August etwas besser

28. August 2008, 11:43
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Im August hat sich der Bank Austria EinkaufsManagerIndex (EMI) leicht verbessert. Die Rezession in der Produktion hält aber an, auch die Auftragslage ist weiter rückläufig

Wien - Der Bank Austria EinkaufsManagerIndex (EMI) hat sich im August leicht verbessert, doch hält die Rezession in der Industrie aus Sicht der Experten an. Produktion und Auftragslage seien weiter rückläufig. Die aktuellen Preisentwicklungen würden die Unternehmen geringfügig entlasten. Jedoch dämpfe die globale Konjunkturflaute die Industrieaussichten bis weit in das Jahr 2009 hinein.

Die Talfahrt in der heimischen Industrie gehe weiter, wenn auch etwas gebremst, erklärte am Donnerstag der Vize-Chefvolkswirt der Bank Austria, Stefan Bruckberger. Den jüngsten Anstieg des EMI von 47 auf aktuell 48,6 als Anzeichen einer Bodenbildung zu bewerten, sei noch zu früh. Für die erst vor kurzer Zeit in die Rezession geratene heimische Industrie sei das Konjunkturtal noch nicht erreicht.

Dass die Durststrecke nicht allzu rasch überwunden werden könne, zeige auch die schwächelnde Auftragslage. Sowohl die Aufträge aus dem Inland als auch vor allem jene aus dem Ausland würden weiter abnehmen. Deshalb befinde sich der Index für die Produktionsleistung der Industriebetriebe bereits den dritten Monat in Folge unterhalb der Wachstumsschwelle. Die weiteren Aussichten für Österreichs Industrie stuft Bruckbauer sehr zurückhaltend ein: "Die Industrie baut nach dem Plus von 3,5 Prozent im ersten Halbjahr nun deutlich ab und wird im Gesamtjahr 2008 bestenfalls stagnieren."

Schlechte Beschäftigungslage in der Industrie

Die Beschäftigungslage in der Industrie wird sich in den nächsten Monaten weiter verschlechtern und auf die Gesamtwirtschaft negativ ausstrahlen, nimmt Bank-Austria-Ökonom Walter Pudschedl an: "Höhere und längere Arbeitslosigkeit, weniger offene Stellen und zusätzliche Schwierigkeiten für Problemgruppen am Arbeitsmarkt wie ältere Arbeitnehmer rollen 2009 auf Österreich zu."

Im August waren die heimischen Industriebetriebe - im Zuge der Verteuerung von Vormaterialien und Energie - abermals mit stark steigenden Einkaufspreisen konfrontiert, wenn auch die Ölpreis-Entwicklung der vergangenen Wochen eine leichte Abschwächung der Preisdynamik unterstützt habe. Dagegen habe sich der Anstieg der Verkaufspreise den dritten Monat in Folge beschleunigt. Daher habe sich im August erstmals seit Jahresbeginn die Schere zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis ausgeweitet. Die Preisdurchsetzungsmacht der Industrie bleibe angesichts der nachlassenden Nachfrage jedoch begrenzt - "mit anhaltend negativen Konsequenzen auf die Kosten- und Gewinnsituation im laufenden und im nächsten Jahr", so Pudschedl.

Einige externe Parameter für die heimische Industrie hätten sich im Vormonat August etwas verbessert, etwa der Euro-Dollar-Kurs. Die negativen globalen Konjunkturaussichten, die sich nochmals verschlechtert hätten, würden aber zu schwer wiegen. Vor allem im für die Zulieferindustrie wichtigen Absatzmarkt Deutschland kühle sich die Konjunktur deutlich ab, nach 2 Prozent BIP-Plus heuer erwarte die Bank Austria nur noch 1,2 Prozent Wachstum im Nachbarland 2009. Das jedoch weder Österreich noch die Eurozone große Ungleichgewichte zeigten, sollte die Schwächephase nach Einschätzung der Ökonomen des Instituts im Verlauf von 2009 überwunden werden, wird betont. (APA)

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    Zwar hat sich der Bank Austria EinkaufsManagerIndex im August leicht verbessert, jedoch dämpfe die globale Konjunkturflaute die Industrieaussichten bis weit in das Jahr 2009 hinein.

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