Dienstreise per Mausklick

28. August 2008, 09:49
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Videokonferenzen sollen einen Großteil der Geschäftsreisen ersetzen - Gute Lösungen waren bisher sehr teuer, "Netviewer" verspricht eine günstige Alternative

Die Idee, übers Internet zu kommunizieren, dabei seinem Gesprächspartner in die Augen blicken zu können und gemeinsam in Echtzeit Geschäftspläne zu besprechen, ist nicht neu. Eines der Motive dabei war und ist, aufwändige und lästige Autofahrten oder Flugreisen durch Videokonferenzen umgehen zu können. Warben die Hersteller in früheren Jahren gerne mit umweltschonenden Argumenten, genügt ihnen heute ein kleiner Verweis auf die hohen Sprit- und Kerosinpreise, um mit Kostenersparnis für Webkonferenzen punkten zu können.

Lösungen wie Hewlett Packards Halo oder Ciscos TelePresence beeindrucken angesichts ihrer lebensnahen Präsentation (dabei wird ein Besprechungsraum in Lebensgröße simuliert), sind für kleine und mittlere Unternehmen jedoch aufgrund ihrer Kosten (mehrere hunderttausend Euro) kaum leistbar.

Günstiger

Hier setzt das Karlsruher Unternehmen Netviewer mit seinen gleichnamigen Produkten an. "Der Vorteil gegenüber anderen Lösungen ist, dass bei Netviewer lediglich eine kleine Software am PC oder Notebook mit Videokamera und Internetzugang installiert werden muss, um mit wenigen Klicks mit seinem Geschäftspartner alles von Angesicht zu Angesicht besprechen zu können", erläutert Daniel Holzinger, Geschäftsführer der österreichischen Niederlassung. Blick über die Schulter

Wurde dies vorab vereinbart, kann der zugeschaltete Teilnehmer auch auf den PC seines virtuellen Gegenübers zugreifen. Eine Möglichkeit, die Holzinger zufolge gerne von Unternehmen mit Support-Hotlines genutzt wird. Die Support-Mitarbeiter können dabei gewissermaßen ihren Kunden über die Schulter blicken und gemeinsam mit ihnen ein Problem lösen. Zu Protokollzwecken ist es dabei möglich, jede Sitzung aufzunehmen und abzuspeichern.

Gemeinsam

Rund 500 Kunden nutzen seit dem Markteintritt des Unternehmens im April 2007 den Netviewer bereits in Österreich. Bis zu 1600 Teilnehmer können gleichzeitig eingebunden werden, "aber das ist für Österreich natürlich eine theoretische Größe", sagt Holzinger. Die bisher verkauften Lösungen seien auf durchschnittlich 15 bis 20 Teilnehmer ausgelegt gewesen.

Die Bandbreite der Kosten beginnt bei 59 Euro für eine One-to-One-Monatslizenz, ein durchschnittliches Projekt komme auf 15.000 Euro (Kaufvariante). Ob Netviewer wirklich so einfach funktioniert wie E-Mail, wie Holzinger behauptet, kann 14 Tage kostenlos getestet werden. (Karin Tzschentke, DER STANDARD/Printausgabe vom 28.8.2008)

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